Aus kontrolliertem Raubbau

Angesichts der Klimakatastrophe ruhen alle Hoffnungen auf der Green Economy, die das Wirtschaften nachhaltig und sozial machen soll. Elektro-Autos statt CO2-Schleudern, Biosprit statt Benzin, Aquakultur statt Überfischung. Subventioniert von der Politik, unterstützt von Umweltorganisationen, ausgezeichnet mit Nachhaltigkeitspreisen. Wirtschaftswachstum und überbordender Konsum, so die frohe Botschaft der sogenannten dritten industriellen Revolution, sind gut für die Welt, solange sie innovativ und intelligent gemacht sind. Die technikbegeisterte Mittelschicht hört das gern.

Doch auch der Rohstoffhunger des grünen Kapitalismus ist riesig: Selbst für nachhaltiges Palmöl, das in Biodiesel und Fertigprodukten steckt, werden Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben, wie Kathrin Hartmann in aufrüttelnden Reportagen aus Indonesien zeigt. Ebenfalls schockierend sind ihre Recherchen in Bangladesch: Garnelen aus Zuchtbecken werden mit Öko-Siegeln exportiert, dabei wurden dafür gegen den Willen der Bevölkerung Reisfelder und Mangrovenwälder zerstört. Um den eigenen Hunger zu bekämpfen, zwingt man den Bauern dort Gentechnik-Saatgut auf.

Eine schonungslose Abrechnung mit der Illusion des grünen Wachstums, dem Zynismus von Wirtschaft , Politik und NGO und unserem verschwenderischen Lebensstil.

5 Gedanken zu „Aus kontrolliertem Raubbau“

  1. Der westlich geprägte Kapitalismus zerstört Menschen, Tiere und Pflanzen. Die Alternative dazu ist die ökologische Marktwirtschaft. Nur Güter, deren Produktion unter absoluter Priorität des Menschen- und Naturschutzes hergestellt werden, haben Chancen akzeptiert und gekauft zu werden! Den Wettbewerb gewinnt nicht mehr der niedrigste Preis, sondern die beste Qualität. Argumente wie Nachhaltigkeit, Langlebigkeit, soziale Fürsorge und Gewissenhaftigkeit sind Inhalte der Produktsubstanz und erlangen hohen Prestigewert. In jeder Stufe der Produktion und des Handels werden ausreichende Erträge erwirtschaftet, weltweit. Jeder Mensch auf unserer Erde erhält ein ausreichenden Lohn in seiner Heimat. Kriege und obsoletes wirschaftliches Wachstum wird es dann nicht mehr geben. “ Flüchtlingsströme“ werden versiegen. Wir können Utopia realisieren, aber vorher müssen wir den Kapitalismus überwinden, nach Möglichkeit friedlich und mit Argumenten (siehe oben)!

  2. erstmal: merci für das Buch…
    frech geschrieben… hat mich gefesselt und aber auch wütend gemacht und mich dann wieder darin bestätigt, hatte ich doch schon immer das Gefühl, dass mit dem ollen Bill Gates was nicht stimmt und freute mich, dies in dem Buch bestätigt zu sehen…
    Genau darin: dass mein Gefühl richtig ist und ich dem folgen sollte und mich einbringen sollte, mit meinen Fähigkeiten, durch mein vorbewußtes Fühlen mich damit einzubringen…
    Sie haben dies wachgeküßt, dafür danke ich Ihnen und hoffe allerdings, dass es nicht durch Wut und Zorn vernebelt wird…
    merci

  3. …. was hab ich denn davon, ihre Bücher zu lesen?
    Sie beflügeln meinen krankhaften Ehrgeiz, mich nicht mehr verdummen zu lassen, als nach den Umständen unvermeidlich. Abgesehen davon können die Gedanken von Menschen mit einer eigenen, persönlichen, entschiedenen Sicht immer wieder eine Wohltat sein. Von Nietzsche lernte ich gerade, dass jedes Sehen perspektivisch sei. Unschwer davon abzuleiten, je persönlicher der Standort, desto potentiell klarer die Darstellung.
    Mehr brauch ich doch gar nicht, um das Gros von Presse und Medien als diffus, marginal und ekelerregend zu entlarven – esp. angesichtens der mir erinnerlichen Spanne der vergangenen 50 Jahre. In der betreuten Demokratie ist Eigensinn verschreibungspflichtig. Vielleicht bekommen sie ja noch ein Rezept für ein weiteres Buch. Sollte mich freuen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.