Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Freitag, 24. Juni 2011

WWF wehrt sich

Leider lief der aufschlussreiche Film "Der Pakt mit dem Panda" am Mittwoch erst spätabends (hier kann er angeschaut werden, falls ihn jemand verpasst hat), dennoch hat er erfreulicherweise für großes Medienecho gesorgt. In einem "Faktencheck" widerspricht der WWF nun den Vorwürfen der Dokumentation von Wilfried Huisman (man hat sich ja schon während des Film gefragt, wieso der WWF nicht professioneller reagiert und stattdessen Dörte Bieler vor die Kamera setzt, die sich jämmerlich um Kopf und Kragen redet - Psychologen dürften allein beim Anblick der Mimik und Gestik ihre Freude gehabt haben). Schon die ersten drei Statemens sind natürlich gelogen.

1: Der WWF lehnt Gentechnik grundsätzlich ab

Blödsinn. Der WWF sitzt zusammen mit unter anderem Monsanto, Syngenta, Nestlé und Bayer Crop Science im Round Table on Sustainable Soy Association, eine ähnliche Greenwashing-Institution wie der Roundtable on Sustainable Palmoil. Dieser verleiht das RTRS-Zertifikat. Abgesehen davon, das fast 80 Prozent der Mitglieder aus der Industrie (57 Prozent Konzerne, 20 Prozent Produzenten) stammen, gehört zu den fünf Hauptkriterien "verantwortungsvollen Anbaus" (Legal compliance & good  business practice, Responsible labor conditions, Responsible community relations, Environmental responsibility, Good agriculture practices - windelweicher geht es kaum) nicht der Verzicht auf Gentechnik. Im Gegenteil: in den RTRS-Standards steht geschrieben:

"This standard applies to all kinds of soybeans, including conventionally grown, organic, and genetically modified (GM). It has been designed to be used for all scales of soy production and all the countries where soy is produced."

hochinteressant ist auch dieser Zusatz:

"When a change in soybean production practices is introduced which could impact on neighboring production systems, it is the responsibility of the producer making the change to implement a buffer strip of 30 m (e.g. in areas where production is generally GM, it is the responsibility of an organic or non-GM farmer to maintain the buffer around his own production. In areas where production is mainly non-GM or organic, a farmer planting GM or using chemicals should maintain a buffer)."

Als es 2009 Vorwürfe von NGO wie Save our Seeds hagelte, der WWF unterstütze Gentechnik, rechtfertigte sich der WWF, er stünde ja nicht hinter allen Entscheidungen des RTRS (das ist ungefähr so, als wäre ich als Vegetarier Mitglied bei der Fleischerinnung, um mit den Mitgliedern das Ende der Fleischproduktion voranzubringen) und adelt seine Greenwashing-Dienstleistung für Monsanto & Kollegen folgendermaßen:

"WWF believes that the RTRS cannot be effective in helping to prevent the environmental impacts of soy production, such as forest conversion, habitat loss, soil degradation, water use and pesticide use, unless it applies both to GM soy and GM-free soy. Eliminating GM soy producers from the RTRS would greatly limit its potential to mitigate critical environmental impacts of soy production."

Nun ist es nicht nur so, dass der Roundtable Gen-Soja-Anbau schützt und zertifiziert, sondern auch Agro-Sprit. Damit würde der WWF unter anderem dafür sorgen, dass Verbrecher-Konzerne wie Monsanto für genmodifiziertes Soja auch noch CO2-Zertifikate bekommen, kritisierte 2009 die Jury des dänischen Angry Mermaid Award und verlieh den Negativpreis an Monsanto.

Eine weitere GMO-Quelle, die der WWF schützt, ist das zweifelhafte Projekt Better Cotton Initiative, in der auch Ikea und H&M Mitglied sind. Dort ist gentechnisch veränderte Baumwolle erlaubt. Wenn man also sagt, dass man sich in Sachen Gentechnik "technologieneutral" ("GMO technology: BCI does not wish to dictate to growers which technologies are best for them") verhalte und auch Bauern erlaube, gentechnisch verändertes Saatgut zu verwenden - lehnt man dann wirklich Gentechnick grundsätzlich ab? Lehnt man ferner allen Ernstes Gentechnik grundsätzlich ab, wenn man zulässt, dass es innerhalb der BCI Feldversuche mit gentchenisch verändertem Saatgut gibt und weiterhin geben soll?

Abgesehen davon ist scheints auch die Behauptung, der WWF habe von Monsanto kein Geld genommen, gelogen: Auf Anfrage der SZ gab der Verband zu, Monstao-Spenden entgegegn genommen zu haben.


2. Der WWF ist nicht käuflich

"Der WWF schließt keine Kooperation, wenn ein Unternehmen nicht bereit ist, unsere Standards im Umweltschutz und im Bereich der Nachhaltigkeit zu akzeptieren. Wir kritisieren wenn nötig Kooperationspartner auch öffentlich." Schreibt der WWF. Wann hat der WWF zuletzt einen Konzern kritisert? Wie kann man behaupten, nicht mit Wilmar zusammenzuarbeiten, wenn doch der Vize-Chef des Roundtable on Sustainable Palmoil ein Wilmar-Abteilungsleiter und ein WWF-Mitarbeiter sind? Seltsam, dass keine einzige Konzernkritik zu Wilmar von Seiten des WWF irgendwo zu finden ist, im Gegenteil. Ein kleiner Blick auf die Sponsorenliste ist immer wieder erhellend. Die letzte Konzern-Kritik des WWF an Henkel, die jedenfalls ich gefunden habe, stammt von 2003 - und schon im Jahr darauf war Henkel Mitglieder beim RSPO.

3. Der WWF setzt sich weltweit für den Erhalt der Regenwälder ein

Muss man das noch kommentieren? Ich verweise hiermit abermals auf die NGO FSC-Watch, die die Machenschaften des Forest Stewartship Council kritisiert (zu denen unter anderem seit Jahren Kahlschlag, illegale Regenwaldabholzung, Vertreibung indigener Völker und sogar Mord gehört - aktueller Skandal übrigens: auf südafrikanischen Holz-Monokulturen, die FSC-zertifiziert sind, werden hunderte Affen abgeknallt), den der WWF mibegründet hat, sowie selbstverständlich auf den Roundtable on Sustainable Palmoil, dessen Existenz mehr als 250 internationale Umweltschutzorganisationen als Greenwashing ablehnen. Und ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass sich der WWF 2003 nicht entblödet hat, mit der Fluggesellschaft LTU zusammenzuarbeiten und unter dem wunderschönen Titel "Fliegen für den Regenwald" pro Flugticket an den WWF spenden zu lassen: mit den geplanten 20 Millionen sollten 25 Quadratkilometer Regenwald geschützt werden - weil das grad mal halb so viel Fläche ist wie der Starnberger See hat, behalf sich der WWF wie schon auch bei "Saufen für den Regenwald" (Krombacher) eines billigen Umrechnungstricks und sprach von 25 Millionen Quadratmetern - dabei wird, mit freundlicher Unterstützung des WWF, weltweit so viel Fläche Regenwald binnen dreineinhalb Stunden vernichtet.

Das Magazin Enorm sucht übrigens Aufklärer, die nach dem Vorbild "Guttenplag" Hinweise für die Machenschaften des WWF haben.




Kommentare

#1 - Jochen Binikowski said:
25.06.2011 20:22 - (Antwort)

Der WWF-Skandal dürfte uns noch längere Zeit mit der Aufdeckung von unglaublichen Zusammenhängen beschäftigen. Mich würde nicht wundern wenn wir demnächst interessante Fakten zum Thema WWF und CO2-Zertifikateschwindel sowie dubiose Verquickungen zu staatlichen Entwicklungshilfebehörden erfahren werden. Da ich ein größeres Agrarprojekt für Kleinbauern auf den Philippinen aufbaue habe ich etwas Einblick in die Mechanismen der Dritte Welt Landwirtschaft und stehe den Machenschaften der Agrarkonzerne und deren Söldner sehr kritisch gegenüber. Ich kann mich Kathrins o.a. Artikel nur anschließen. M.M. nach kann man diesen Kriminellen in Nadelstreifen nur beikommen indem man deren Geschäft unprofitabel macht. Dazu muß man eines wissen: Nicht Monsanto an sich ist übel, es sind deren Aktionäre. Würde der Monsanto CEO etwas beschließen was gegen das Prinzip der Profitmaximierung verstößt ist er innerhalb weniger Tage gefeuert und findet keinen ädequaten Job mehr. Natürtlich sind die Politiker von den Konzernen gekauft und machen was deren Lobbyisten wollen. Aber diese "Loyalität" endet genau dort wo eine Wahlniederlage droht. Dann ist den Politikern das Hemd näher als die Hose. Das haben wir ja gerade bei dem Atomausstieg live und in Farbe gesehen. Eine Gegenstrategie könnte darin bestehen, die kleinen Dritte Welt Farmen richtig profitabel zu machen. Das geht mit relativ geringem Aufwand und setzt eine Kettenreaktion in Gang, die den Kleinbauern mächtige Unterstützung aus ungeahnten Richtungen bringt. Dann wird es für das big Agrobusiness extrem teuer bis unmöglich an das Land zu kommen, die Monokulturen lohnen sich dann nicht mehr. Bei der Gentechnik gibt es ebenfalls Strategien wie man Monsanto & Co. mit deren eigenen Waffen schlagen kann. Das geht aber nur wenn man sich emotionslos mit den Details befasst. Ich werde in den nächsten Tagen in meinem Blog etwas näher auf diese Dinge eingehen und stehe für Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung. Beste Grüße, Jochen

#2 - Volker Schmidt 26.06.2011 10:25 - (Antwort)

Die tolle Rewe-Tieraufkleber-Aktion ist ja nun schon wieder vorbei, und weil ich so beschäftigt war, für meine Kinder die Alben vollzusammeln, bin ich nicht dazu gekommen, mal bei der WWF-Pressestelle zu fragen, was das eigentlich soll: einen Supermarkt mit dem grünen Mäntelchen zu endorsen (so heißt das doch, oder?), der jeden umweltschädlichen und gesundheitsruinierenden Scheiß führt, den man sich vorstellen kann. Darauf eine Zigarette! * hust*

#3 - Ellen Hein 26.06.2011 13:04 - (Antwort)

Na ja, 13 Artikel sind nicht wirklich ein "großes Medienecho", genaugenommen bin ich enttäuscht, dass die Großen (auf SPON finde ich den Artikel auch nicht mehr auf der Hauptseite) das Thema lässig aussitzen...

#3.1 - Lars Tiessen 27.06.2011 14:46 - (Antwort)

Darauf könntet Ihr den Autor per Klick auf seinen Namen hinweisen: christoph_seidler@spiegel.de

#4 - Anonym 27.06.2011 14:57 - (Antwort)

"wieso der WWF nicht professioneller reagiert und stattdessen Dörte Bieler vor die Kamera setzt, die sich jämmerlich um Kopf und Kragen redet - " Von da an habe ich schon nicht mehr weitergelesen... Dörte Bieler wurde nicht vom WWF vor die Kamera gestellt, der heilige Herr Huismann hat sie sich ausgesucht und unter Vortäuschung, ein anderes Interview zu wollen - Herzlichen Glückwunsch!

#4.1 - Kathrin Hartmann 27.06.2011 22:13 - (Antwort)

Nun ist es aber vor allem so (siehe Radio-Bremen-Interview-Link), dass der WWF zugesagte Interviews abgesagt hat und außerdem versucht hat, den Beitrag juristisch zu verhindern. Ein Skandal. Vor allem vor dem Hintergrund, dass - neben den Spenden der Großkonzerne - viele Menschen in gutem Glauben für den WWF gespendet haben. Sie haben ein RECHT AUF ANTWORTEN. Dass der WWF sie nicht geben mag, ist gelinde gesagt beschämend. Überhaupt irgendjemanden vom WWF zu einer Aussage über die Vorfälle vor die Kamera zu bringen, ist journalistische Pflicht. Besonders gern mag ich übrigens anonyme Feiglinge - trotzdem: Danke für den Glückwunsch. Und weiterhin viel Freude beim Regenwald zerstören, Schulterklopfen mit dem Großkapital und Spender irreführen!

#4.1.1 - Anonym 28.06.2011 18:50 - (Antwort)

Der WWF gibt zu dem Thema Interviews aber andere Informationen als Herr Huismann. Warum sollte ich nun ihm mehr glauben? Weil er 3 Grimme Preise hat? Ich weiß ja nicht... So wie ich das sehe, hat sich der WWF primär erfolgreich gegen die Ankündigungen zum Film gewehrt und nicht versucht, den Beitrag direkt zu verhindern. Ich habe mir in letzter Zeit sehr viel zu dem Thema durchgelesen, aber außer ein Paar Kommentierenden im Forum kann ich mich nicht erinnern, gelesen zu haben, der WWF habe versucht die Ausstrahlung zu verhindern. Sollte dem doch so sein, bitte ich um Quellen. Natürlich kann ich selbst nicht genau beurteilen, was da nun richtig ist und was nicht, aber nach den Praktiken, die Herr Huismann an den Tag legt (unangekündigte Interviews, ungünstige Zusammenschnitte, verdrehung von Aussagen - das ist meine persönliche Einschätzung anhand von Videos des WWF und meines eigenen Eindrucks, während ich den Film gesehen habe), weiß ich wirklich nicht, ob ich ihm mit seinen unbelegten Aussagen (keineswegs Fakten) glauben kann. Vielleicht hat der WWF auch nicht unbedingt gleich optimal reagiert, aber zu vielen der Vorwürfe wurden Videos zusammengestellt und veröffentlicht. Zu manchen Vorwürfen ist es auch schwer, diese zu wiederlegen. Angenommen, mal ganz überzogen, ich werfe ihnen vor, Geschäfte mit Monsanto gemacht zu haben, wie wollen sie beweisen, dass sie es nicht getan haben? Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass die Beweislast ersmal bei Herrn Huismann liegt, welcher dieser meiner Meinung nach nicht vernünftig nachgekommen ist. Zudem bleibt es jawohl jedem selbst überlassen, sich anonym zu äußern, oder nicht. Ein Feigling bin ich deshalb keinesfalls...

#4.1.1.1 - Kathrin Hartmann 29.06.2011 10:03 - (Antwort)

Informationen sind nur dann wirklich was wert, wenn die Quelle bekannt ist. Warum sollte man jemand glauben, der sich nicht mal traut, angebliche "Wahrheiten" unter seinem eigenen Namen zu veröffentlichen? Zu den Klageandrohungen und Verhinderungsversuchen des WWF hören Sie sich bitte das Huismann-Interview auf Radio Bremen an: http://www.radiobremen.de/funkhauseuropa/sendungen/nova/audio62348-popup.html oder auch http://www.charitywatch.de/index.asp?id=1477.

#4.1.1.1.1 - Kathrin Hartmann 29.06.2011 13:46 - (Antwort)

Ach ja: hier eine weiter Quelle. http://taz.de/1/leben/medien/artikel/1/ein-panda-mit-kratzern/ Eigentlich nicht chwer zu finden, wenn man will.

#4.1.1.1.2 - Anonym 29.06.2011 14:14 - (Antwort)

Ich traue mich sehr wohl, in meinem persönlichen Umfeld meine Meinung zu erörtern und dafür gerade zu stehen. Ich sehe aber nicht ein, im Internet, wo jeder ausgeben kann jeder zu sein, meinen Namen quasi unwiderruflich zu veröffentlichen. Bitte respektieren sie dies. Und richtig, Informationen ohne Quellen sind nicht viel Wert, und an relevanten Quellen mangelt es Herrn Huismann. Das Huismann interview habe ich auch schon vorher gehört. Zu behaupten, dass sich der WWF nicht für den Orang-Utan einsetzt finde ich dreist. Er sagt hier noch, dass der WWF nicht die Orang-Utans aus den Plantagen rettet, der WWF setzt sich für den Erhalt des Regenwaldes ein, das ist ein indirektes Schützen des Orang-Utans... Da geht Herr Huismann nicht drauf ein! Herr Huismann behauptet, ihm seien Klagen angedroht wurden. Und warum sollte ich ihm nun glauben? Weil er mit seiner hochnäsigen Stimme so wahr rüber kommt? Sicherlich nicht! Also trauen sie mir oder tun sies nicht, ich zumindest lasse mir meinen Glauben in den WWF nicht von einer zweifelhaften Doku von einem in meinen Augen höchst zweifelhaften Regisseur kaputt machen. Weiterhin sehe ich das wie der gute Herr Muster und lasse nun ab von weiteren Kommentaren, da die Diskussion hier nichts bringt und Sie meiner Meinung nach ihren sehr polarisierten Beitrag nicht vernünftig verteidigen können.

#4.1.1.1.2.1 - Kathrin Hartmann 29.06.2011 14:26 - (Antwort)

Ich traue Ihnen dann, wenn Sie mir Belege für Ihre Zweifel liefern können. Können Sie? Nur her damit! Einfach anonym zu posten, das wäre von Huismann bezeihunsgweise mir einfach dahinbehauptet - tut mir leid, das ist ein bisschen wenig. Und mit der angeblichen "Hochnäsigkeit" des Autors lässt sich ihr Zweifel ebenfalls nicht belegen. Selbst der WWF kann im NZZ-Interview, das Herr Muster gepostet hat, keine Beleg liefern für das angeblich große Orang-Utan-Retten. Die Schäden für den bald verschwundenen Regenwald durch das vom WWF mitgetragene RSP-Siegel ist evident - darauf geht Husimann ganz explizit ein, es ist wesentlicher Teil des Films, von verschiedensten Organisationen und Journalisten schon seit Jahren belegt. Das von Huismann gefundene Regenwaldrettungsprojekt: 80 Hektar Regenwald wurden gerettet, 1.400 Hektar zur Palmölplantage umgewandelt. Deckt sich mit den Umrechnungstricks, mit denen der WWF grundsätzlich seine angeblich so riesigen Regenwaldflächen aufbläst (siehe TUI, siehe Krombacher). Wo ist die Regenwaldrettung? Ich habe eine Menge Belege angeführt, die Sie halt nicht glauben wollen, weil Sie sich "Ihren WWF" nicht kaputt machen lassen wollen - da kann man dann tatsächlich nichts machen, erst recht nicht mit Fakten und Belegen.

#4.1.1.1.2.1.1 - Harry Honig 04.07.2012 14:13 - (Antwort)

richtig: huismann kritisiert wie viele andere rspo und "deckt auf", wie die kriterien dort sind und dass der wwf diese mitträgt. soweit auch auf der internetseite des wwf zu lesen. also öffentlich scho vor der doku. falsch: huismann behauptet, dass der wwf am rspo sitzt UM regenwald zu zerstören = vorsatz. er behauptet, der wwf fördere die schwächung des siegels um greenwashing zu betreiben. wo sind die beweise dafür? es ist meinung. mehr nicht. er verkauft sie als fakten. das wird dem gemeinen zuschauer/leser nicht deutlich.

#4.1.1.1.2.1.1.1 - Kathrin Hartmann 11.07.2012 15:16 - (Antwort)

Nein, er schreibt nichts von Vorsatz. Sondern von in Kauf nehmen. Die Belege finden sich in seinem äußerst lesenswerten Buch.

#5 - TeuflischerSammelspass said:
27.06.2011 19:03 - (Antwort)

Um möglichst viele Leute zu informieren, habe ich die Seite auf http://hukd.mydealz.de/freebies/wwf-sammelsticker-was-uns-wwf-verschweigt/31182 eingetragen. Der Eintrag ist mit 750° bei den Best All Time-Freebies auf Platz 1. Hukd.mydealz.de hat 43.730 registrierte Benutzer und täglich 174.346 Seitenabrufe.

#6 - Marc Fischer 28.06.2011 12:54 - (Antwort)

Ich meine mich zu erinnern dass der WWF schon seit seiner Gründung sehr zweifelhafte Absichten hat. Es handelt sich doch ursprünglich um eine Vereinigung von Grosswildjägern die die Natur nur zu dem Zweck schützen wollte um weiter Wild zum Jagen zu haben? Eine Recherche ist das wert.

#7 - Max Muster said:
28.06.2011 17:27 - (Antwort)

Liebe Frau Hartmann wäre super, wenn Sie sixh auxh dazu äussern könnten, was Herr Huismann alles wahrscheinlich noch wissentlich verdreht hat. Z.B. dass es keinen WWF Argentinien gibt und somit auch keinen Vize-Präsidenten, der bei der Gentech-Lobby ist. Soviel ich weiss, stimmt vieles nicht im Film, zudem wird nicht richtig recherchiert, was die Verhältnisse sind. Soll man in Südamerika und den USA gar nicht mehr mit GM-Herstellern reden und Verbesserungen versuchen? Dann redet man mit niemandem mehr, weil dort praktisch alles GM ist. Warum wird nicht erwähnt, was alles wertvolle der WWF auch macht? Wieviel wertvolles, wieviele Fehler? Wie ist da das Verhältnis? Die Labels find ich auch schlecht, hingegen nicht die Bildungsarbeit, den Regenwaldschutz und, und, und

#7.1 - Kathrin Hartmann 29.06.2011 10:20 - (Antwort)

Da müssen Sie schon Herrn Huismann fragen bzw. die Reaktion auf den "Faktencheck" auf seiner Homepage www.wilfried-huismann.de. Und, nur kurz bemerkt: Man kann nicht Großkonzernen reden, man kann erst recht nicht mit GMO-Herstellern "reden", auf dass sie lieb werden. Haben Sie sich mal erkundigt, welche dramatischen Folgen die brutale und menschenverachtende Durchsetzung gentechnisch verändreten Saatguts hat? Bislang haben nur und nur die Konzerne davon profitiert, während die ehemdem souveränen Bauern nun für immer vom Kauf des Saatguts abhängiss sind, schlechte Ernten einfahren, Kredite aufnehmen müssen, sich vershculden und schließlich, wie in Indien, umbringen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,446922,00.html. Um zu begreifen, zu was solche Konzerne fähig sind, verweise ich gern and die Coordinative gegen Bayer-Gefahren http://www.cbgnetwork.org/1.html (Bayer Crop Sience gehört ebenfalls zum Roundtable on responsibley soy association").

#7.1.1 - Max Muster said:
29.06.2011 10:40 - (Antwort)

Liebe Frau Hartmann, Huismann hat auf seiner Website nicht Stellung genommen bisjetzt oder? Ich sehe da nichts relevantes. Ausserdem, warum Huismann fragen? Das ist doch auch die journalistische Aufgabe von allen, die eine Nachricht weitertragen? Ich kenne ihre Interviews im enorm und die sind immer exzellent! Warum haben sie hier nicht tiefer gegraben, gerade sie haben doch diese wichtigen Fähigkeit dazu. Ich verstehe auch nicht, wie sie zum Wort "Lügen" finden, zumindest in Ihrem Bericht sehe ich keine wirkliche Lüge, sicher Ungereimtheiten. Oder ist das einfach die deutsche Art, die mir als Schweizer nicht vertraut ist :) (Pauken und Trompeten) Dann zum "Man kann nicht mit Grosskonzernen reden", welchen Weg würden Sie dann vorschlagen, um nicht irgendeinen Einfluss in der Landwirtschaft zu haben in Ländern, die bereits eingenommen sind von GM? Ich glaube, auch der politische und konsumstrategische Weg werden vom WWF bestritten oder? Ich weiss sehr genau, welche dunkle Dinge diese Grosskonzerne tun. Und wie gesagt, will hier nicht behaupten, dass alles gut ist, was der WWF macht, aber andererseits auch den Schaden erinnern, der hier an einer Organisation zugefügt wird, die weltweit sehr viel wertvolles schützt und tut. Und es gibts ja auch die ganze ergänzende NGO-Szene, die Aktivisten, die Radikalen, die Politischen, wo jeder auf seine Weise versucht etwas zu ändern-

#7.1.1.1 - Kathrin Hartmann 29.06.2011 12:16 - (Antwort)

Doch, das hat er, ein Link dazu in meinem neuen Eintrag. Dazu finden Sie auch weitere Belege und Links zu publizistischen Auseinandersetzungen. Nennen Sie es eben in ihrer schweizerischen Art "Ungereimtheiten", ich sehe es als Lüge, wenn jemand, der Gentechnik angeblich grundsätzlich ablehnt, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ausdrücklich unterstützt. Übrigens ist das Argument "was soll man denn machen, wenn GMO schon da ist" eine Variante des TINA ("There's no alternative")Prinzips. Nur weil der Dreck schon da ist heißt es nicht, dass er auch wieder verscheinden kann. Das geht nur über das Primat der Politik und nicht mit lächerlichen Dialogen mit Profiteuren, die sprichwörtlich über Leichen gehen. Da Sie - natürlich anonym - zum Pauken-und-Trompeten-Argument der vernachlässigten journalistischen Sorgfaltspflicht greifen, könne Si esicher eine ganze Menge Belege liefern, was der WWF gutes getan hat. Darauf wäre ich tatsächlich gespannt. Aber selbst wenn - es kann die Schäden nicht aufwiegen. Das ist ja so, als würde Amnesty International Spenden von Menschenrechtsvernrechern annehmen, um Projekte machen zu können.

#7.1.1.1.1 - Max Muster said:
29.06.2011 13:06 - (Antwort)

Liebe Frau Hartmann, hier erst mal ein guter Beitrag der NZZ, der mir die ganze Sache schon mal viel ausgewogener präsentiert: http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/niemand_beim_wwf_will_ein_feigenblatt_sein_1.11087668.html Ansonsten finde ich Ihre Antwort etwas befremdlich, kann nicht wirklich etwas damit anfange, sorry. Wenn man von Schaden spricht: Der WWF baut nicht selbst GMO an oder holzt Wald ab, das machen immer noch die Firmen. Was der WWF alles leistet ist ja nicht schwer zu beantworten, braucht aber Stunden um das alles zu lesen: http://wwf.ch/de/derwwf/wowirarbeiten/ Und wie gesagt, will ich hier nix reinwaschen, nur scheint mir der Film und somit auch diese Diskussion echt verzerrt, je länger ich mich damit beschäftige. Den Link zu einer Widerlegung durch Huismann finde ich hier nicht, müssten Sie bitte nochmals posten. Ansonsten lasse ich mal ab von weiteren Kommentaren, bringt ja irgendwie auch nicht viel was wir hier veranstalten.

#7.1.1.1.1.1 - Kathrin Hartmann 29.06.2011 13:33 - (Antwort)

Also das finde ich jetzt aber doch sehr erstaunlich - ich reihe (im aktuellen Blogeintrag) eine ganze Menge an unterscheidlichen Quellen zum Beleg der Zweifelhaftigkeit des WWF vor - und Sie finden das eindeutig dem WWF gewogene NZZ-Interview mit WWF-Chef Hans Peter Fricker, das dem WWF wieder nur eine Plattform gibt, seine Plattitüden zu wiederholen, wirklich ausgewogen? Versteh ich nicht. Und über den Erfolg soll ich mich bem WWF selbst erkundigen? Ja, na dann... ist der WWF wohl ziemlich super. Das Interview ist volll von Abwiegeleien, ohne klare Belege (keine "direkte Kooperation" mit Monsanto und Wilmar ist Haarspalterei wenn jedenfalls Wilmar ein Unbedenklichkeitssiegel erhält, für das der WWF mit verantwortlich zeichnet) und dem üblichen Mythos "Ohne die Industrie geht gar nichts". Blanker Hohn ist, dass er sagt, man könne das nicht der Bevölkerung vor Ort überlassen - ja, klar, die werden ja auch von den Feldern vertrieben oder weggesperrt siehe verlinkter Film im aktuellen Eintrag: Die Nachhaltigkeitslüge) - das alles unterstützt der WWF. Ein reiner Mythos ist übrigens auch die Konzernkritik von Seiten des WWF - ich finde sie nirgends. Nicht jedenfalls gegen die Konzerne, mit denen der WWF kooperiert. Und hinterher zu sagen, wir haben Gespräche angeboten, ach Gott, alter Trick, beweisen kann man das nicht - und nach all dem, was ich an Zusammenhängen über den WWF recherchiert habe, glaube ich ganz sicher nicht dem WWF selbst. Besonders schön finde ich übrigens diesen Absatz: "Bisher haben wir gegenüber den Autoren des Films nur auf den Programmvorschau-Text reagiert, den die ARD auf der Website publiziert hatte. Dort stand beispielsweise, das Filmteam habe in Borneo keine Orang-Utan-Projekte gefunden – dabei tun wir nachweislich sehr viel für das Überleben dieser Gattung, gerade auf Borneo. Die unwahren Stellen wurden denn auch schnell gelöscht." Erstens: "Wir tun nachweislich sehr viel" - ja was denn genau? Warum gibt es hier an dieser Stelle keine Belege, wo es vonnöten wäre? "Nachweislich sehr viel" - das sagt NICHTS! Zweitens: Das manche Inhalte verschwunden sind muss nicht unbedingt heißen, dass sie falsch waren - sondern dass der juristisch vermutlich gut gepolsterte WWF Unterlassungerklärungen durchgesetzt hat. Und am besten noch der Schluss: "Ich bin sicher: Es ist eine Frage der Zeit, bis die Leute vermehrt einsehen, dass es ein Gewinn ist, wenn man die Kräfte zusammenlegt." Ja, das ist ein Gewinn. Für die Konzerne und die Wirtschaftselite, von der nicht zuletzt der WWF ja sein Geld bekommt. Aber NICHT für Natur und Menschen. Oder warum genau ist trotz RSPO-Siegel der Regenwald in Borneo bald verschwunden? Warum hat sich trotz MSC-Siegel rein gar nichts an der Überfischung der Meere geändert? Warum bereichert sich Coca Cola weiter am Wasser der Welt? Warum wird alles eher schlimmer statt besser, je mehr Macht die Konzerne haben und je besser sie von Naturschutzmultis dabei unterstüptzt werden? Ach ja, die Stellungnahme nochmal: http://www.wilfried-huismann.de/, siehe ZUM FAKTENCHECK des WWF.

#7.1.1.1.1.2 - Max Muster said:
29.06.2011 13:39 - (Antwort)

Mein letzter Post, versprochen. Hier ein weiterer guter Blogpost, der etwas relativierender ist. http://montagsmailer.ch/2011/06/28/seine-wirtschaftsnahe-macht-den-wwf-angreifbar/

#7.1.1.1.1.2.1 - Kathrin Hartmann 29.06.2011 13:45 - (Antwort)

Ach ja und ein Blog, wo die Leute nicht mal Namen und Gesichter zeigen, wo überhaupt nicht erkennbar ist, woher eigentlich die Infos stammen? Das ist glaubwürdig, da fragen Sie nicht nach? Interessant.

#7.2 - lab said:
29.06.2011 22:32 - (Antwort)

Was meinen Sie, wenn Sie sagen, es gäbe keine WWF Argentinien? Gehen Sie doch einmal auf die internationale Site des WWF (http://wwf.panda.org/) und klappen Sie das "Browsing the.." Menü auf. Lesen Sie da nicht - wie ich - Argentina? Und kommen Sie nicht - wie ich - auf eine Site im gleichen Layout die bei Rücksprung zur globalen Site mit dem URL-Hinweis "?referer=wwfar" versehen wird? Was meinen Sie?

#7.2.1 - Kathrin Hartmann 30.06.2011 09:18 - (Antwort)

Ich nehme an, Ihre Antwort bezieht sich auf Max Musters Einwurf, es gäbe keinen WWF in Argentinien, oder?

#7.2.1.1 - lab said:
30.06.2011 09:30 - (Antwort)

Genau (ich hatte auch dort auf "Antworten" geklickt :-) )

#8 - Mark Sehrgut 28.06.2011 20:33 - (Antwort)

So, damit ist es doch jrzr amtlich: Man kann wirklich keiner grünen Organisation trauen. Deshalb stoppe ich jetzt auch sämtliche Spenden. Ich kaufe nur noch vor Ort und schaue auf keine gekauften Siegel mehr. Wenn man dem WWF schon nicht mehr trauen kann, dann ja wohl erst recht keiner anderen Organisation.

#9 - Robert Fischer said:
28.06.2011 23:27 - (Antwort)

Gegen alles und jeden sein, kann auch nicht die richtige Einstellung sein. Mit den paar Idealisten wird die Welt nicht zu retten sein :-/

#9.1 - Kathrin Hartmann 29.06.2011 10:06 - (Antwort)

Mein Lieblingtotschlagsargument! "Immer bloß meckern bringt nix"! Aber Abgeklärtheit und Zynismus bringts, wie? Bzw. ökonomischer Pragmatismus und "Dialogbereitschaft" - was genau das bringt kann man sich etwa in Borneo anschauen.


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