Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Montag, 16. Januar 2012

Die Wahrheit hinter Fairtrade

Fairtrade dient eher den Händlern als den Kleinbauern im Süden. Richtig Profit mit gutem Gewissen machen die Supermärkte - während die Fairtrade-Bauern von ihrem Lohn gerade einmal leben können. Nur 25 Euro mehr im Monat bekommt zum Beispiel eine Kaffeebäuerin in Nicaragua, die sich trotz Fairem Handel aber kein gescheites Essen leisten kann. Das erzählt die Frau dem ORF-Redakteur Patrick Hafner, der einen fantastisch kritischen Film zum Thema Faitrade für die Sendung Weltjournal gemacht hat.

Er besucht eine Rosenplantage in Tansania, wo die Bauern knapp über dem staatlichen Mindestlohn bezahlt werden. Dafür bekommen sie Fußballtrikots und auch die Frauen können jetzt endlich bolzen! Hafner besucht in Costa Rica die größte Fairtrade-Bio-Ananas-Plantage der Welt. Auf der in riesigen Monokulturen arbeiten 400 Menschen. Sie klagen über Diskriminierung - und darüber, dass die Überprüfungen nur im Interesse des Unternehmens gemacht werde, nicht aber in dem der Arbeiter. Den Unternehmen, so sagt der Gewerkschaftsführer, ginge es nur um die Verbesserung des Image und die Markterweiterung. Auch hier bekommen die Arbeiter nur den staatlichen Mindestlohn. Gewerkschaftsmitglieder würden diskriminiert.

Also: Business as usual. Wer nicht nicht selbstbestimmt anbauen und vermarkten kann, wer nur Rohstoffe liefert, verliert: denn der höhere Supermarktpreis kommt nicht bei den Produzenten an, sondern bei Zwischenhändlern, Werbeagenturen, Vertrieb. Je größer der Faire Handel wird, je größer die Handelsketten und Konzerne, die sich mit dem Siegel schmücken - desto unfairer wird er. Während Rebellen und kleine Inititaiven, die die üblichen Verkaufsstrukturen umgehen, nur einen kleinen Markt bedienen und höhere Preise verlangen mussen.

Schön übrigens ist auch, dass Hafner außerdem das Fairtrade-Ersatzsiegel von Starbucks unter die Lupe nimmt: und wie ich schon lange vermutet habe, geht das natürlich nicht im geringsten weiter als der Faire Handel: Das hat mir Hans van Bochove, Ex-Director Public Affairs von Starbucks und jetzt bei Coca Cola, in einem Interview für Enorm versichert. Aber schauen Sie doch selbst den herrlichen Film Fairtrade: Das Geschäft mit dem guten Gewissen in der ORF-TV-Thek an. Und jetzt, wo ich ihn endlich selber gesehen habe, bin ich noch stolzer darauf, dass ich im Film zwei Mal meinen Senf dazu geben durfte!



Kommentare

#1 - Bento 18.01.2012 15:44 - (Antwort)

Die Denkansätze in ihrem Buch haben mir eigentlich gefallen. Nachdem ich ihr Kommentar über diesen schlecht recherchierten Bericht im Weltjournal gelesen habe, bin ich mehr als enttäuscht. Verkauft sich ihr Buch dadurch besser? Ich arbeite seid 4 Jahren im Fairen Handel und habe die Möglichkeit gehabt mit Kaffeeproduzenten zu reden, ebenfalls mit Mitarbeitern von Craft Aid u.a. Was ist denn die Alternative? Ausbeuterische Kinderarbeit auf Kakaoplantagen? Es ist leicht reißerische Texte zu schreiben, aber die Verunsicherung die man damit erreicht hilft niemandem!! Was tun sie?? Wovon ernähren sie sich? Trinken sie keinen Kaffee, essen sie keine Schokolade? Eine entäuschte Leserin

#1.1 - Tilg Peter 19.01.2012 08:16 - (Antwort)

Ja, so sehe ich das auch. Der Beitrag des ORF war sehr einseitig gehalten. Die vielen guten Beispiele wurden nicht erwähnt und die EZA mit den Weltläden in Österreich bleiben als Verlierer zurück. Das Leben geht weiter. Peter Tilg Weltladen Landeck schon 30 Jahre

#1.2 - Stefan Haas 19.01.2012 13:32 - (Antwort)

Hallo Bento, warum war aus Ihrer Sicht der Bericht schlecht recherchiert? Das geht aus der Mail nicht hervor. Leider steht der Beitrag im ORF nicht mehr online, aber ich habe ihn zweimal gesehen, also noch gut in Erinnerung. Und auch Alternativen erkannt, insbesondere wenn die Kommunikation zwischen Erzeugern und Handel/Verbrauchern direkt geschieht. Im Informationszeitalter kein Problem mehr, auch die Sprache sollte das nicht sein. Fair ist, wenn es kein Monopol auf Handelsstrukturen mehr gibt, also stattdessen fairen Wettbewerb. Und auch da fand die die Kritik von Kathrin Hartmann an den Zollschranken für verarbeitete Waren im Gegensatz zu zollfreien Rohstoffen nachvollziehbar. An dem Bericht war noch einiges bemerkenswert. Von daher nun meine Frage was denn vom Weltjournal schlecht recherchiert war. Ein gespannter Leser.

#2 - Hartwig Kirner 18.01.2012 21:35 - (Antwort)

Sehr geehrte Frau Hartmann, mit großem Interesse habe ich Ihr Buch gelesen und finde es wichtig, dass man grundsätzliche Fragen zu den Auswirkungen von Konsum stellt und die Wirksamkeit von Maßnahmen und Projekten hinterfragt. Dabei sollte man das Kind aber nicht mit dem Bade ausschütten. Sie kritisieren in dem im Blog erwähnten TV-Bericht beispielsweise Aspekte des Zollregimes der EU, die darauf abzielen, möglichst viel Wertschöpfung nach Europa zu ziehen und dadurch den Aufbau von Strukturen in Entwicklungsländern behindern. Da sind wir einer Meinung. Gegen derartige Ungerechtigkeiten gilt es vehement anzugehen. Aber wie erreichen wir dieses Ziel? Durch einen revolutionären Akt der Selbstreflektion europäischer Politiker oder durch viele kleine Schritte? Der faire Handel hat sich seit seinen Anfängen darum bemüht, derartige Ungerechtigkeiten im weltweiten Handelssystem zu ändern. Anstatt sich auf reine Protestpositionen zurückzuziehen, wurde eine Alternative entwickelt. Die Pioniere des fairen Handels sind sogar noch weiter gegangen und haben ihr Konzept auch umgesetzt, haben Weltläden und Alternative Handelsorganisationen gegründet. Bei diesem Konzept geht es nicht um Almosen, sondern darum, benachteiligte Bauern am Wirtschaftssystem unter fairen Bedingungen teilhaben zu lassen. Anfang der 1980er Jahre haben die beteiligten Kleinbauernvertreter gefordert, den Absatzmarkt für ihre Produkte auszuweiten. Das Fairtrade Siegel wurde gegründet. Nicht auf Initiative von Großkonzernen, sondern auf Drängen der Bauern. Die großen Nahrungsmittelkonzerne sind nicht Schlange gestanden, um ihre Produkte mit dem neuen Siegel auszeichnen zu lassen. Dazu war jahrelange Informationsarbeit über die Probleme globalen Handelns notwendig. Heute haben die Netzwerke der Kleinbauern und Arbeiter in der Governance von Fairtrade gleichberechtigte Mitspracherechte und Richtungsentscheidungen können nicht ohne sie getroffen werden. Es sind nicht große Konzerne, die entscheiden wohin sich Fairtrade entwickeln soll, sondern jene Menschen, für die das System da ist. Die globalisierte Wirtschaft wirft aber nicht nur Probleme für Kleinbauern auf. In bestimmten Wirtschaftszweigen sind es vor allem Arbeiterinnen und Arbeiter, denen faire Arbeitsbedingungen versagt werden. Daher wurden vor einigen Jahren neben Standards für Produkte von Kleinbauern auch Fairtrade-Standards für Plantagen entwickelt. Für Blumen, Früchte und Tee, alles Branchen, in denen seit vielen Jahren kritikwürdige Arbeitsbedingungen herrschen. In Ländern, in denen mehr als die Hälfte der Bevölkerung keine geregelte Arbeit hat, stehen Arbeitnehmer-Rechte nicht hoch im Kurs. Die Bezahlung gesetzlicher Mindestlöhne und die Abgeltung von Überstunden, die Bereitstellung von Gesundheitsversorgung und von Schutzkleidung fürs Hantieren mit Pestiziden ist dort leider keine Selbstverständlichkeit. Genau das fordern aber die Fairtrade-Standards, plus einer Prämie, die für Gemeinschaftsprojekte verwendet werden muss. Die Entscheidung über die Verwendung dieser Prämie trifft der sogenannte „Joint Body“ der Plantage. Auf der im Beitrag gezeigten Blumenfarm wird die Prämie für Stipendien und Weiterbildung verwendet, sowie für Gesundheitsprojekte. Fairtrade ist in Regionen tätig, in denen es strukturelle Probleme gibt. Bei knapp 1000 Kooperativen und Plantagen, die zertifiziert sind, können naturgemäß auch Verstöße auftreten. Wenn solche im Rahmen von Audits aufgedeckt werden, werden Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Ziel von FAIRTRADE ist es, Veränderungen durchzuführen um Entwicklung zu fördern. Wenn es Anschuldigungen gibt, wie gegen die Ananasplantage im Bericht, dann nehmen wir das sehr ernst und gehen den Vorwürfen nach. Wir haben die Informationen zur Überprüfung an FLO-Cert weitergeleitet. Sie schreiben, dass nur kleine Initiativen wirklich fair sind und der faire Handel immer unfairer wird, je größer die Strukturen sind. Die Welt des fairen Handels ist aber nicht so schwarz-weiß. Natürlich ist das persönliche Engagement von Einzelnen hoch zu schätzen, die in direktem Kontakt mit einer kleinen Gruppe von Bauern ein Produkt vermarkten. Alternative Handelsunternehmen waren immer die Speerspitze des fairen Handels und werden es auch in Zukunft bleiben. Auf der anderen Seite haben große Unternehmen das Potential große strukturelle Änderungen zu bewirken, die Sie zu Recht fordern. Ob die Entscheidung für fairen Handel bei Konzernen immer aus uneigennützigen Motiven erfolgt, darf bezweifelt werden. Spielt es aber eine Rolle, aus welchen Motiven fairere Handelsbedingungen etabliert werden? Ich bin nicht so blauägig die Gefahr einer Alibiaktion nicht zu sehen. Fairtrade sowie der Zivilgesellschaft fällt es dabei zu, aufmerksam auf die Einhaltung der Regeln zu pochen. Der Vertreter einer Fairtrade-Kooperative hat mir auf die Frage, was für ihn das Wichtigste am fairen Handel sei geantwortet: "Vor 30 Jahren waren wir für die Kunden unsichtbar. Heute interessieren sie sich für uns und wie es uns geht." Wir werden Änderungen nur bewirken, wenn wir die anonymen Lieferketten durchbrechen und zeigen, dass es auch anders geht. Für mich ist das der Grund warum ich mich für Fairtrade einsetze. Ich bin davon überzeugt, dass Fairtrade ein Schritt in die richtige Richtung ist und dass wir die Einstellung von Menschen ändern können. Nichts zu tun ist für mich keine Alternative. Mit freundlichen Grüßen, Hartwig Kirner Fairtrade Österreich

#3 - Elisabeth Holter 19.01.2012 12:46 - (Antwort)

Bin gerade mitten beim Lesen von ihrem Buch und finde es wirklich sehr gut, deshalb bin ich auch etwas enttäuscht über ihre undifferenzierte Sichtweise über Fairtrade. Es ist sicher richtig, dass Fairtrade in großen Strukturen nicht funktionieren kann, das heißt für große Handelsketten, aber die Handelsorganisationen hinter den Weltläden in Deutschland und Österreich bemühen sich stetig um Kontakt mit den ProduzentInnen und da ich auch schon selbst welche getroffen habe, die von ihrem Alltag berichtet haben, bin ich schon davon überzeugt dass, Fairtrade schon ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber es gibt sicher Verbesserungspotential, keine Frage!

#4 - Christian 20.01.2012 11:24 - (Antwort)

Wenn Ihnen die Aufklärung der von Ihnen in Ihrem Buch beschriebenen Sachverhalte so am Herzen liegt, warum veröffentlichen Sie es dann nicht (zusätzlich) bspw. als e-book unter einer creative commons Lizenz? Wieso sollte ich erst konsumieren müssen, um zum Verzicht aufgefordert zu werden?

#4.1 - Stefan Haas 20.01.2012 13:52 - (Antwort)

Hallo Christian, wie steht es um Ihre Fähigkeiten zu differenzieren, zu unterscheiden? Ich zitiere mal Wikipedia zu 'Unterscheidung': "Die Unterscheidung ... ist eine Grundtätigkeit des Denkens. Sie besteht in der „[...] aktiven Feststellung bzw. Klarlegung von Unterschieden, Verschiedenheiten, Andersheiten. Sie ist eine Voraussetzung der Klassifikation und der Erkenntnis." Sie geben vor, dass Sie weder den Begriff Konsum differenzieren, noch sich den Wert der Arbeit eines Journalisten vorstellen können. Für mich ist das weder (positiv) beeindruckend, noch ein Beitrag zur Diskussion, noch zur Meinungsbildung.

#4.1.1 - Kathrin Hartmann 21.01.2012 10:43 - (Antwort)

Danke!

#4.2 - Kathrin Hartmann 31.01.2012 18:51 - (Antwort)

@Christian Eigentlich antworte ich nicht auf solche unüberlegten Kommentare. Aber da ich ja freie Journalistin bin und meine freien Kollegen im Vorstand von Freischreiber vertrete (kostenlos!!! ehrenamtlich!!! Weil es mir am Herzen liegt!!!), geht mir genau diese Mitnahme-Mentalität ziemlich auf den Geist. Das ist nicht mehr als Geiz-ist-Geil 2.0. Was machen Sie denn von Beruf? Üben Sie den auch kostenlos aus,? Haben Sie auch eine fundierte Ausbildung hinter sich, nur um jetzt für kein Geld zu arbeiten? Finden Sie, dass journalistische Arbeit nichts wert ist? Glückwunsch, dann stehen Sie auf einer Stufe mit den gierigen Verlagsbossen, die uns Freien das Leben zur Hölle machen und unseren Beruf zerstören. Die setzen nämlich zum Teil tatsächlich nur noch pensionierte Lehrer ein oder Leserrerporter, die für umme Quatsch schreiben. Oder schicken ihre Redakteure nur noch auf Pressereisen, die von Konzernen bezahlt werden oder lassen (nicht bezahlte) Praktikanten gleich die Pressemitteilungen abschreiben. Damit spart man Kosten und verdient viel Geld - und tötet kritischen Journalismus. Denn der ist kostenlos leider nicht zu haben. Fundierte Informationen zu beschaffen, zu recherchieren, analysieren und aufzuschreiben - das braucht Zeit, Wissen und Erfahrung. Das ist Arbeit, und Arbeit gehört bezahlt. Finden Sie nicht? Dann machen Sie mir doch mal eine Vorschlag, wie ich, wenn ich für kein Geld arbeiten soll, eine vierwöchige Recherchereise für eine Reportage aus Bangaldesch machen soll - gehen dann die Nutzer des kostenlosen e-books mit einem Hut rum und sammeln Kleingeld für mich, damit ich mir wenigstens ein Stück trockenes Brot kaufen kann? Und apropos Brot: Würden Sie einen Bäcker fragen, wieso er sein Brot nicht verschenkt, wenn er der Meinung ist, dass Brot wichtig ist? Oder besser noch zu einem Arzt: Wenn Sie finden, dass das Leben der Patienten gerettet werden muss - wieso nehmen Sie denn Geld für Ihre Arbeit? Übrigens verdiene ich mit diesem Blog hier keinen Cent. Und wenn Sie mein Buch gelesen hätten, wüssten Sie, dass ich darin nicht zum Verzicht aufrufe. Niemand zwingt Sie übrigens, das Buch zu kaufen - vielleicht haben Sie ja schon mal was von Bibliotheken gehört? Die werden von der Allgemeinheit für Sie bezahlt. Noch, jedenfalls.

#5 - Lukas 22.01.2012 00:30 - (Antwort)

Hmm na toll, jetzt weiß ich bald nicht mehr weiter. Ich habe die Sendung leider nicht mehr anschauen können, aber wenn ich die Infos aus dem Blog lese, dreht sich mir irgendwie der Magen um. Was kann man denn dann noch guten Gewissens konsumieren - nichts? Was zählen denn die ganzen Zertifikate? Ich dachte, fair trade stünde für Kleinbauernkooperativen, die nach Erfüllung gewisser Auflagen das Siegel verliehen bekämen. Außerdem unterstützen prominente Leute diese Projekte, denen der Gedanke der Gleichberechtigung von Nord und Süd bzw Hilfe zur Selbsthilfe für die armen Völker am Herzen liegt, wie zB Zotter. Wenn das so ausschaut, kann ich ja gleich Milkaschokolade kaufen bzw mir eine Nespressomaschine aufstellen, oder wie?

#6 - herwig tretter, mount meru flowers said:
23.01.2012 06:47 - (Antwort)

hallo frau hartmann! es ist traurig, dass die reportage im weltjournal so schlecht recherchiert war, dass sie sich jetzt über "knapp über dem mindestlohn herumbolzende frauen" lustig machen. ich empfinde das als untergriffig. die wahrheit ist, dass die fussballtrikots nicht von den fair trade prämien sondern vor längerer zeit vom unternehmen auf bitte einiger spieler dem firmenteam zur verfügung gestellt wurden, also überhaupt nichts mit fair trade zu tun haben. da fair trade bei uns erst im anlaufen war und noch keine grösseren projekte aus den prämien realisiert worden waren, wussten die interviewten mitarbeiterinnen darüber auch nur wenig zu berichten und verwechselten es mit der unterstützung für die fussballmannschaft. hätte der journalist z.b. meine behauptungen über die sozialen standards (freie verpflegung in der kantine, freie medizinische versorgung, mutterschutz, überstundenregellungen, pausenzeiten, bezahlter urlaub usw) im interview mit den mitarbeitern hinterfragt, wäre das viel objektiver und aufschlussreicher gewesen. so aber gab er sich mit allgemeiner fragestellung zufrieden und zeichnete bewusst oder unbewusst ein relativ dämliches bild, das sie nun so genüsslich unfair ausschlachten. ich werde - ungern - der einseitigen orf-werbung für ihr buch nachkommen, es kaufen und sogar lesen! dann werde ich nochmal auf sie zurückkommen. es ist mir aufgefallen, dass sie verbesserungen in entwicklungsländern offenbar nach europäischen standards messen wollen und nicht nach lebensbedingungen dort. standards eines deutlich über seine verhältnisse lebenden europas. aber darüber später nach der lektüre. ich habe viel zeit in entwicklungsländern, aber auch in kommunistischen und westlichen ländern verbracht, dort gearbeitet und projekte realisiert und werde mir deshalb erlauben, meinen scharfen senf ihrem süss-sauren beizumischen. wenn ich darf. herwig tretter mount meru flowers

#7 - Olli 23.01.2012 15:10 - (Antwort)

Das ist leider das Ergebnis dieses absoluten Bashings. Anhand eines Negativbeispiels wird das ganze System madig gemacht, und der Konsument darf sich getrost zurücklehnen: Ist doch eh alles gleich schlecht, also kaufe ich weiter billige Milkaschokolade. Liebe Frau Hartmann, eine etwas differenziertere Sichtweise und vor allem Lösungsansätze bzw. neben negativen auch positive Beispiele würden das Thema sicher besser voranbringen. So freuen sich Nestle und Monsanto über Ihre Artikel, und ich bin versucht, Sie in eine Reihe mit der konservativen Krawallpresse zu stellen, die alles, was mit Öko und Fair Trade zu tun hat, als albernes Gedöns abtut. Schön wäre es, wenn Sie selber mal dazu Stellung nehmen würden.

#7.1 - Stefan Haas 26.01.2012 13:05 - (Antwort)

Hallo Olli, wenn ich mir den Weltjournal-Beitrag in Erinnerung rufe, kann ich keinen Zusammenhang mit Ihren Ausführungen herstellen. Ansonsten stimmen Sie doch überein, dass auch Konsumenten fähig sind zu überlegen und nachzufragen? Kathrin Hartmann kommt zu dem Schluß 'Business as usual' und das wesentliche Kriterium das sie anlegt ist, wieviel vom Supermarktpreis beim Erzeuger ankommt. Und da kann die Diskussion beginnen oder man weicht ihr aus.

#7.2 - Kathrin Hartmann 26.01.2012 14:32 - (Antwort)

Der Vorwurf „schlecht recherchiert“ bedeutet erfahrungsgemäß „entspricht nicht der Meinung des Lesers/Zuschauers“. Der ORF-Bericht war nicht „schlecht recherchiert“, sondern hat die einseitigen Jubelnachrichten über den Fairen Handel und die Idee, er sei das Patentrezept gegen unfaire Handelsbedingungen grundsätzlich hinterfragt. Eine solche kritische Betrachtung war längst überfällig. Auch war der Beitrag nicht einseitig– schließlich hat der Autor ganz explizit solche Produzenten, die für Abnehmer wie Supermärkte und Konzerne arbeiten müssen, mit denen verglichen, die zum Beispiel in unabhängigen Strukturen arbeiten wie die mexikanischen Rebellen (Café Libertad), die Weltläden oder die Kleinbauern, die nur den Überschuss exportieren und erst einmal für sich selbst sorgen. Dass die aber auch noch finanziell dafür bestraft werden, dass als also der Rohstoff Kakao billigst gekauft werden kann, die Schokolade aber mit hohen Zöllen belegt ist – das ist eine fundamentale Ungerechtigkeit, die bestehen bleibt. (@Dirk: Ich hab leider keine Ahnung, wo man diese Schokolade kaufen kann – was wohl daran liegt, dass ich keine Schokolade mag ...) Gerade Schokolade – nehmen wir Zotter: mag schon sein, dass den Machern die Bauern (es gibt keine „armen Völker“ – es gibt nur arme Menschen) „am Herzen“ liegen. Doch auch Zotter kauft ausschließlich den Rohstoff – der größte Teil der Wertschöpfung aber bleibt im Norden und kommt nicht im Süden an, sondern bei Zotter. Und in den Supermärkten geht sehr viel Geld innerhalb der Handelsstruktur verloren. Ich persönlich finde es zynisch, dass im Supermarkt oder Discounter der Ausbeuterkaffee neben dem Fairtrade-Kaffee steht und die Verantwortung dem geneigten Kunden übertragen wird. Ausgerechnet von denen, die ihre Milliarden nur aufgrund von Ausbeutung machen. Und nein: Handels- und Konsumgüterkonzerne werden niemals die Strukturen ändern, von denen sie profitieren. Sie haben den Ausbeuter-Kaffee nicht durch Fairtrade-Kaffee ersetzt – sondern bieten diesen zusätzlich an, um eine andere Käuferschicht in den Laden zu locken, um NOCH MEHR Geld zu verdienen. Ganz sicher ist es so, dass, wie Herr Kirner schreibt, die Zahlung der gesetzlichen Mindestlöhne keine Selbstverständlichkeit in armen Ländern ist. Aber die Mindestlöhne sind nicht existenzsichernd. Wenn also Bauern erzählen, sie bekämen gerade mal den staatlichen Mindestlohn beziehungsweise nur gerade mal so viel Geld, dass sie sich ein bisschen Essen davon kaufen können – dann sollten wir nicht wehleidig werden und jammern, dass der faire Handel „gebasht“ wird, sondern fragen: was daran ist jetzt fair? Und wie sollen sich Menschen damit aus der Armut und Abhängigkeit befreien? Und ist das wirklich schon alles – nicht wirklich gerecht aber besser zu zahlen? Mir gefällt die Diskussion um Fairtrade nicht: denn sie dreht sich ausschließlich um einen Vergleich von konventionell und Fairtrade. Ja klar: im Vergleich schneidet der faire Handel besser ab. Der faire Handel kann die schlimmsten Auswüchse des ungerechten Welthandels lindern – aber nicht die Strukturen zu ändern. Erst recht nicht dann, wenn er deren Profiteure ins Boot holt. Das mag eine ethische Frage sein – aber ich denke schon, dass es einen Unterschied macht, aus welchen Gründen jemand Fairtrade ins Regal nimmt oder nicht. Den Gewinn auch mit fair gehandelten Produkten machen dann immer noch die Konzerne und Handelsketten. Und mit der Handvoll fair gehandelter Produkte, aufwändig beworben, verschleiern sie ihr durch und durch schmutziges Geschäft. Ich empfehle dazu die Untersuchung von Oxfam, „Endstation Ladentheke“ zu lesen: http://www.oxfam.de/publikationen/endstation-ladentheke So gesehen verschleiert der faire Handel sogar die Ursachen von Armut – und macht sich damit selbst zum marktwirtschaftlichen Prinzip. Das halte ich für einen Rückschritt. Ich bin immer wieder überrascht, dass es heißt, es gäbe sonst „keine Lösung“. Solche Aussagen finde fatal, denn so wie es mir scheint dreht sich die Debatte im Kreis. Hier die Entwicklungshilfe, die nichts bringt, da die marktwirtschaftliche Alternative und der edle westliche Konsument, der die Verantwortung hat. DAS ist ein komplett westlicher Blick auf die Armut. Es gibt da nämlich noch was anderes: die Menschen selbst. Und die haben eine andere Vorstellung von Gerechtigkeit und Selbstermächtigung als die, für ein wenig mehr Geld für den Norden zu produzieren. Nämlich Souveränität und Ernährungsunabhängigkeit; den Erhalt einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft, der zunächst einmal ihnen selbst zugute kommt – fern des Weltmarkts und der westlichen Konsumgütermärkte, mit oder ohne „Gutes Gewissen“ beim Einkauf im Supermarkt. Ziemlich wahrscheinlich, dass es dann keinen Kaffee mehr für 3,50 Euro oder Schokolade oder Bananen für 50 Cent gibt – und das wäre nur richtig so. Es gibt große Bewegungen bei den Kleinbauern, etwa die Organisation Via Campesina. Ich selbst habe auf einer Reise nach Bangladesch eine solche Bewegung kennen gelernt, die Bangladeshi Krishok Federation and Kishani Saba, bei der ich seit meinem Besuch Mitglied bin und die ich unterstütze. Dort habe ich stolze, kluge und kämpferische Kleinbauern getroffen und ich war sehr beeindruckt von ihrem Engagement und ihren Ideen. Auch wenn der faire Handel in diesem Land kaum eine Rolle spielt, teilen sie im Übrigen meine Auffassung darüber. Ach ja: und als ich den Menschen erzählt habe, dass man hier bei uns denkt, man könnte im Supermarkt mit dem Kauf der „richtigen Dinge“ die Welt retten, haben sie mich erst fassungslos angeschaut und sich dann kaputt gelacht. Der Wille nach Unabhängigkeit und Ernährungsunabhängigkeit kollidiert natürlich fundamental mit den Wirtschaftsinteressen des Westens – Armut macht erpress- und ausbeutbar. Was bedeutet es also, dass sich ausgerechnet die Weltbank für den fairen Handel ausspricht? Womöglich, dass diese Alternative INNERHALB der Strukturen ein gutes Alibi ist, um solche Strukturen zu halten? Aber so lange die armen Länder durch die hohe Verschuldung und dem damit verbundenen Abbau der „Handelshemmnisse“ wie Zölle und Zinsobergrenzen (kurz: Globalsierung) und durch ihre Armut in der Abhängigkeit des Westens bleiben, so lange Banker Menschen völlig legal in den Hungertod treiben dürfen, weil sie mit Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen spekulieren und Milliarden damit machen, so lange werden sich, fairer Handel hin oder her, die Bedingungen nicht ändern. Dagegen sollten wir kämpfen! Da verweise ich zum Beispiel auf die Protestaktion von Foodwatch zum Verbot der Lebensmittelspekulation: http://www.foodwatch.de/ Und wenn wir, das habe ich ja am Ende des ORF-Beitrags gesagt, alle der Auffassung sind, dass der faire Handel deshalb gut ist, weil er Gerechtigkeit schafft – dann müssen wir doch dafür kämpfen, dass die Strukturen für ALLE gerecht werden – und nicht nur für Bauern, die für den fairen Handel arbeiten. Ganz sicher hat der faire Handel dazu beigetragen, die Arbeitsbedingungen im Süden zu hinterfragen, öffentlich zu machen und zur Kritik zu stellen und auch ein alternatives Konzept vorzulegen. Die Erkenntnis, dass es einen Zusammenhang zwischen unserem Konsum und der Armut gibt – das ist nicht zuletzt der Aufklärung und der Arbeit des fairen Handels, insbesondere der Weltläden zu verdanken. Aber wenn die Debatte dabei endet, dass der faire Handel die einzige realistische Alternative ist, dass ein bisschen besser besser ist als gar nichts ist, wenn uns Fairtrade-Produkte nur dazu dienen, unseren aufwändigen Lebensstil zu Lasten der Armen aufrecht erhalten – DANN wäre der faire Handel tatsächlich nicht mehr als Kolonialismus mit Herz.

#8 - Dirk 24.01.2012 10:22 - (Antwort)

@Lukas: Nein, lesen Sie doch mal die Stellungnahmen von Zotter, FLO Österreich etc. @Frau Hartmann: Wo kann ich die Schokolade, die direkt in Equador produziert wird, kaufen?

#9 - Sven 30.01.2012 13:22 - (Antwort)

Hallo, besteht Interesse die ORF-Sendung "WELTJOURNAL - Fairtrade: Das Geschäft mit dem guten Gewissen" doch nochmal anzuschauen? Habe sie über einen Online-Videorecorder-Dienst erhalten und würde sie bei Bedarf zur Verfügung stellen... Es handelt sich dabei um ein ungeschnittenes MP4-File mit 149MB Größe. Sven

#9.1 - Madlene Hochleitner 28.03.2012 15:29 - (Antwort)

Lieber Sven,- könntest Du mir bitte eine Kopie von dem Film (Fair Trade) zukommen lassen,- dafür wäre ich Dir sehr dankbar! Liebe Grüße! Madlene

#10 - Dirk 02.02.2012 17:13 - (Antwort)

@Frau Hartmann: Danke für Ihre ausführliche Stellungnahme, aber ich denke, dass der Großteil der FT-Käufer sich solcher Probleme wie Nahrungsmittelspekulationen und Exportsubventionen bewusst ist und natürlich gegen jene ist und dass klar ist, dass Fairer Handel ein Mittel zu mehr Gerechtigkeit ist und dass gleichzeitig politisch gegen die erwähnten Missstände gekämpft werden muss. Das muss natürlich Hand in Hand gehen.

#11 - Dirkk 03.02.2012 13:06 - (Antwort)

Was ich aber nicht ganz verstehe: Beispielsweise Textilen werden doch (oft unter miserablen Bedingungen) gerade in Entwicklungsländern produziert und sind trotzdem spottbillig. Warum wäre das bei Schokolade, Kaffee etc. anders?

#12 - Robert Frunzke 06.05.2012 04:18 - (Antwort)

"Fairtrade dient eher den Händlern als den Kleinbauern im Süden." Aha! Das ist ja ähnlich wie bei den Tafeln, die Ihrer kürzlich aufgeworfenen Argumentation zu Folge ein schrecklich perfides Instrument der permanenten Unterjochung der Armen sind, wie ein Stacheldraht, den "sie" gespannt haben, um das so schöne moderne System der politisch korrekten Abgrenzung für immer und ewig aufrecht zu erhalten! Frau Hartmann, es ist doch garnicht so falsch, nicht in jeden Abgrund hinein zu schauen. Blicken Sie auf, halten Sie Ausschau nach den positiven Dingen. Seien Sie kreativ, positiv und produktiv -- ohne rosa Brille, aber auch ohne in jedem Haar-Riss den nächsten Abgrund aufzutun. Fairtrade ist eine Marke und eine Idee. Jede Idee, die bestehen will muss sich früher oder später mit der Realität auseinander setzen. Die Realität definiert sich kontinuierlich neu. Die Idee muss sich an diese Veränderungen anpassen. Aber - wie Sie - deshalb in Fairtrade nun plötzlich eine überraschend böse und wegen seiner Ur-gutmenschlichen Prägung nun sogar ultimativ-extrem-hinterhältig-böse, weil sogar unter falscher Fahne verkauften, verlogenen Sache zu sehen ist purer Unfug. Ich übertreibe, aber das tun Sie ja auch ;-)

#12.1 - Kathrin Hartmann 18.06.2012 12:43 - (Antwort)

Danke für die Lebenshilfe!

#13 - Peter said:
04.06.2012 20:36 - (Antwort)

Werbegag oder Wahrheit! Fragen über Fragen. Gibt es überhaupt soviel Biobauern? Wo leben sie und unter welchen Bedingungen arbeiten sie? Für wen produzieren sie und wie weit ist der Weg zum Verbraucher? Können sich nur Wohlhabende diese Produkte leisten? Haben die Menschen die diese Produkte produzieren eine gesicherte Zukunft? z.B. Ausbildung, Beruf und wer macht dann aber weiter in diesem Prozess mit Arbeit am Land 7tage-Woche, kein Urlaub und nur träumen vom Leben in der Stadt, Freizeit und ........ zum weiterträumen.

#14 - Karsten O. 15.12.2012 01:34 - (Antwort)

Mehr oder minder zu @12 aber auch .... Im Grunde sollte man generell das Spenden-"system" hinterfragen. Was hat sich in all den Jahrzenten der Tätigkeit von Unicef etc eigentlich getan?! Nichts! Es ist wie in einer Waschstrasse: Als Kleinkinder kommen sie ins "System" und verlassen dieses dann im Erwachsenenalter. Scheinbar rein und gut prepariert. Und dann? Was kommt nach dem SoS Kinderdorf?! Nicht das man mich falsch versteht: Es ist sicherlich besser was zu spenden und somit das Leid etwas zu lindern, jedoch verändert man dadurch nicht die Welt. Wir haben es in all den Jahren nicht geschafft, die >Notwendigkeit< von Spenden abzuschaffen. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein kürzlich im TV gesehenen Bericht über Welpen unter'm Weihnachtsbaum: Es ging dabei um das niedere Geschäft mit Welpen aus Osteuropa, die hierzulande per Kleinanzeigen zum halben Züchterpreis und mit den dementsprechenden "Makeln", an das Herrchen und Frauchen gebracht werden. Der Rat von PeTa war diesbezüglich so einfach wie traurig: Auf keinen Fall diese Welpen kaufen, selbst wenn es einem das Herz zerreißt, denn nur so kann man den Handel verhindern. Jetzt muß man das nurmal auf die Tafel usw übertragen. Insofern hat Frau Hartmann absolut recht, wenn sie das System der Tafel und anderes, kritisiert. Krebs behandeln oder heilen, das ist ein erheblicher Unterschied!!! Im übrigen unterstreicht dieser "Markt" (Welpen) ebenfalls eindrücklich unsere unsägliche *Geiz ist Geil* Mentalität. Und das auf Kosten von unschuldigen Lebewesen. Hauptsache kost nix - Hmmm was nix kost das iss auch nix - woll. Den Geisteszustand und den Status Q der Intelligenz des westlichen Konsumenten, kann man btw auch im Online-Game-Sektor finden: Stichwort F2P. Symbolisch für die Verdummung der Gesellschaft, mit direkter Konsequenz, daß Reiche weiter Reich werden, weil der Verbraucher etwas sugeriert bekommt (in diesem Fall, das es F2P billiger ist oder auch gleich Kostenlos - was so nicht stimmen kann - denn wieso sollte ein Spieleentwickler auf Einnahmen verzichten?! - Merkt man was ?!^^ ). Außerdem werden wir gegeneinander ausgespielt und spielen uns selbst gegeneinander aus. Wenn man mal wieder bis aufs Blut irgendwo am feilschen ist, selbst wenn es schon 70% runtergesetzt war, sollte man vielleicht überlegen, daß es vielleicht möglich ist, das der KLEINE Händler ja irgendwie auch von was leben muß. Es kommt letztenendes immer auf die Zusammenhänge an! However - Die Politik muß was tun - Der Staat - WAT? Jo!!! WIR sind der Staat - WIR sind Deutschland (da hat die Frau Merkel mal was wahres gesagt - Sie hofft nach wie vor, das wir es nicht merken^^) - WIR können was ändern. Als des Volkes Wille: Doch dazu bedarf es ein Bewusstsein, Toleranz und Solidarität. Einer für Alle, Alle für einen! Doch solange der einzelne nur an sich denkt oder, durchaus auch verständlich, resigniert, solange wird sich auch nichts ändern. Meine Mutter sagte immer: Des isch der Chef, der derf des. Naja nicht oh Ton, mei Mudda spricht perfektes Deutsch, und das als Slowenien. Noja. Der Chef darf es eben nicht! Weiter so Fr. Hartmann. Cya und Greetings Karsten


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