Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Dienstag, 24. November 2009

McDonald's ist jetzt Öko

Die Farben des McDonald's-Logos hatten bislang keine ideologische Bedeutung. Das soll sich jetzt ändern: der Fastfood-Konzern will in Deutschland seine Hintergrundfarbe in Grün ändern – „als Bekenntnis zur und Respekt vor der Umwelt“, so der stellvertrende Deutschlandchef Holger Beeck. McDonalds ist einer der größten Fleischverabeiter der Welt. Und Fleischverarbeiter werden niemals grün sein: Fleisch- und Milchproduktion ist für beinahe ein Viertel der weltweiten Teibhausemissionen verantwortlich, die Herstellung von einem Kilo Fleisch braucht 15 000 Liter Wasser und zehn Kilo pflanzliches Futter. Dieses wächst nicht nur auf Feldern, die durch Regenwaldrodung enstanden sind, sondern auch auf solchen, auf denen Nahrungsmittel für Menschen wachsen könnten. Laut Foodwatch werden bei  McDonald’s allein in Deutschland täglich 100 000 Kilo Rindfleisch zu Burgern verarbeitet – das macht 39 000 Tonnen pro Jahr, für die die zehnfache Menge an Futtermitteln verbraucht wird. Grün ist die Hoffnung - und die Hoffnung, dass es McDonald's ernst meinen könnte, reicht offenbar vielen Burger-Essern schon aus, um jetzt sogar mit reinem Gewissen zuzubeißen. Dass das unter einer grünen Flagge mehr tun werden, ist kalkuliert: es sollen 40 weiter Restaurants in Deutschland eröffnen, die Öffnungszeiten vieler Filialen sollen auf 24 Stunden an 7 Tagen die Woche ausgeweitet werden. Um noch mehr Burger aus noch mehr Fleisch zu verkaufen, das noch mehr Wasser, Energie und Ressourcen verbraucht. Das als Umweltschutz zu verkaufen ist so lächerlich, dass die Öko-Tipps für McDonald’s des Satiremagazins Titanic dagegen richtig seriös klingen.


Kommentare

#1 - Michael Hartl said:
24.11.2009 16:02 - (Antwort)

Sehr toller Artikel, danke schön! Greenwashing erster Güte ist das.

#2 - Michael Hartl said:
24.11.2009 16:05 - (Antwort)

Gerade bekomme ich über Facebook mit, dass die "Umfärbung" auch für Österreich und die Schweiz geplant ist.

#3 - Sandra 24.11.2009 22:03 - (Antwort)

Wen wundert das, MCCruelty behauptet ja in seiner Werbung auch, dass das Fleisch der Burger von "glücklichen Kühen" auf weiten grünen Weiden kommt und Otto-Normal-Omnivore lässt sich doch gerne einlullen, um weiter mit guten Gewissen in seinen Burger beißen zu können ....

#4 - Horst said:
25.11.2009 14:52 - (Antwort)

Ach was. Die machen das doch nicht zum Greenwashing. Das ist ein Selbsteingeständnis. Erst malen sie sich grün an und dann benennen sie sich in Soylent um. 8-)


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