Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Dienstag, 27. September 2011

B.A.U.M.- und BAUM-AB-Preis für Unilever

Greenwashing ist nicht nur die Kehrseite sondern das Wesen des "verantwortlichen Wirtschaftens". Damit auch alle Konzerne unter dem Grünen Deckmantel weiter machen können wie bisher, gibt es Nachhaltigkeitspreise, die sich die Industrie praktisch selber gegenseitig verleiht. Dass vor allem Unternehmen einen solchen Preis bekommen, die in Wahrheit alles andere als nachhaltig wirtschaften, ist Absicht: das Märchen der wundersamen Wandlung der Wirtschaft zum Weltretter muss weiter erzählt werden - das geht am besten mit Saulus-Paulus- und  Hättste-nicht-gedacht-Geschichten.

Der B.A.U.M.-Preis ist so einer. Er wird verliehen vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management, ein Verein, in dem rund 500 Fördermitglieder aus der Wirtschaft vertreten sind - darunter auch Öko-Konzerne wie Adidas, Airbus, Bayer, Beiersdorf, Daimler, Danone, Deutsche Bank, Eon Hanse, Edeka, Henkel, Ikea, Kik, Lufthansa, McDonalds, Procter&Gamble, Puma, Rewe, Siemens, Tchibo und Unilever. Den B.A.U-M-Preis erhielt in diesem Jahr unter anderen: Unilever. "Unilever führt bereits seit zwölf Jahren den Dow Jones Sustainability Index für den Lebensmittelsektor an und beweist damit sein langjähriges, kontinuierliches und erfolgreiches Engagement. Bei der Bewertung lag das Unternehmen in allen drei Kerndimensionen - Umwelt, Ökonomie und Gesellschaft - vorn", heißt es in der Pressemitteilung. Bepreist wird, wie bei fast jedem Industrie-Umweltpreis, vor allem ein Zukunftsversprechen: "Unilever hat sich zum Ziel gesetzt, die Umweltauswirkungen der Produkte zu halbieren, landwirtschaftliche Rohwaren zu 100 Prozent aus nachhaltigem Anbau zu beziehen sowie 1 Milliarde Menschen zu besserer Gesundheit und mehr Lebensqualität zu verhelfen. Damit verpflichtet sich Unilever, die Umweltbelastung entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2020 nachweislich zu reduzieren - von der Gewinnung der Rohmaterialien über die Produktion und Distribution bis hin zur Produktnutzung durch Verbraucher einschließlich der Abfallbeseitigung von Restverpackungen."


Schöne Worte sind das - doch die Realität sieht anders aus: Kosmetik- und Plastiknahrungsmittelhersteller Unilever gehört zu den weltweit größten Palmöl-Verbrauchern: er bezieht 1,3 Millionen Tonnen des Pflanzenfetts, für die der Regenwal in Indonesien brennt. Der Palmöl-Lieferant von Unilever, Wilmar International, ist einer der größten Palmölkonzerne der Welt. Brandrodungen, illegale Regenwaldabholzung, Vertreibung indigener Völker, Menschrechtsverletzung, Bestechung lokaler Politiker - all das gehört laut Rettet den Regenwald zum schmutzigen Geschäft von Wilmar. Der Konzern hat auf Borneo bereits eine Fläche von 240 000 Hektar gerodet und mit Monokulturen bepflanzt, ein Fläche so groß wie das Saarland. Konzessionen für weitere 220 000 Hektar hat Wilmar bereits erhalten. Das macht Indonesien mit 25 Millionen Tonnen zum drittgrößten CO2-Emittenten der Welt - mit freundlicher Unterstützung von Unilever. Das Unternehmen hat den B.A.U.M.-Preis unter anderen auch dafür bekommen, weil es in Deutschland seine CO2-Emissionen um 60 000 Tonnen pro Jahr gesenkt hat.

All das war für die NGO Rettet den Regenwald und Robin Wood Anlass genug, den wohl verdienten BAUM-AB-Preis an Unilever zu verleihen. Sie demonstrierten am vor dem Terminal des Hamburger Flughafens (B.A.U.M.-Fördermitglied!), wo der B.A.U.M.-Preis an Harry J. M. Brouwer von der Unilever Deutschland Holding GmbH verliehen wurde. Den BAUM-AB-Preis wollte er jedoch nicht entgegen nehmen (ach!) - musste aber die 30 000 Protestunterschriften einstecken.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Bundesnetzagentur will Atomeinstieg und Energiekonzerne wollen Kohle für Kohle

Dass dem schwarz-gelben Atomausstieg nicht recht zu trauen ist, hätte man sich denken können. Dass die hoch privilegierten Stromkonzerne nicht locker lassen werden, Staatsknete einzufordern, auch. Nun plant die Bundesregierung im Ernst, neue Kohlekraftwerke mit Geld aus dem staatlichen Klimafonds zu subventionieren, der eigentlich für die Förderung von Ökostrom eingerichtet wird. "Das Geld stammt aus dem CO2-Zertifikatehandel und wird offenbar von den Töpfen für „Energieeffizienz“ abgezweigt, in die laut Haushaltsentwurf von 2013 an rund 400 Millionen Euro pro Jahr fließen sollen. Dadurch werden die Subventionen dort fehlen, wo Wirtschaft und Verbraucher bei der echten Umstellung auf moderne und energiesparende Maschinen und Geräte unterstützt werden könnten", schreibt Steven Geyer heute in der Frankfurter Rundschau. Die Stromkonzerne dürfen sich zusätzlich über Geld aus der EU freuen: "Wie das Wirtschaftsministerium den Grünen ebenfalls mitteilte, will die EU-Kommission „spätestens bis Anfang nächsten Jahres“ erläutern, wie sie aus ihrem 2008 beschlossenen Energie- und Klimapaket ein „Kraftwerksförderprogramm in den Jahren 2013–2016“ finanzieren will. Geplant sei die Förderung von bis zu 15 Prozent der Investitionskosten pro Anlage. Allein für das geplante Braunkohlekraftwerk in Bergheim (NRW) könnte RWE so bis zu 330 Millionen Euro Baukostenzuschuss aus Öko-Fördertöpfen kassieren."

Zu allem Überfluss macht auch noch die Bundesnetzagentur die Deutschen wieder mal mit dem Panik-Märchen der Stromlücke, auch bekannt unter "Blackout"(klingt so schön nach einem Roland-Emmerich-Katastrophenfilm) bzw. "Versorgungslücke" (Lieblingswort von RWE-Boss Jürgen Großmann) verrückt. In den(!) kommenden Wintern, so ließ die Bundesnetzagentur verlauten, könne die Gefahr von Stromausfällen nur dann abgefangen werden, wenn eines der sieben bereits abgeschalteten ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen würde. Und natürlich "warnt" (wenn man "Jürgen Großmann warnt" bei Google eingibt, kriegt man 13700 Treffer!) auch wieder Jürgen Großmann vor Stromausfällen im Winter, denn so leicht wollen sich die Stromkonzerne natürlich nicht die täglich Million Euro wegnehmen lassen, die sie pro AKW netto Gewinn machen. In Frage kommen dafür: Neckarwestheim I (EnBW, 417 meldepflichtige Ereignisse), Philippsburg I (EnBW,337 meldepflichtige Ereigniss), Biblis A und B (RWE, zusammen mehr als 800 meldepflichtige Ereignisse) oder Isar I (E.on, 279 meldepflichtige Ereignisse). Das ist natürlich ein riesiger Blödsinn: Im ersten Quartal 2010 wurden 6,7 Prozent mehr Strom erzeugt als verbraucht, obwohl Krümmel und Brunsbüttel keinen Strom produzierten. Laut taz hätte Deutschland in diesem Quartal auf acht AKW verzichten können. 2007 waren sogar knapp die Hälfte der AKW wegen Zwischenfällen oder Wartungsarbeiten abgeschaltet, ohne dass es Versorgungsprobleme gegeben hätte. Hier geht es zum A-Z Atomausstieg, das ich einmal für Neon geschrieben habe.


Hilfe! Der Klimalügendetektor darf nicht sterben!

Eigentlich wollte ich mich hier gerade über den geplanten Atomeinstieg echauffieren und habe einmal schauen wollen, was die Kollegen Toralf Staud und Nick Reimer dazu schreiben. Und was muss ich zu meinem Entsetzen lesen??? Der Klimalügendetektor wird nach drei Jahren eingestellt! Der Klimalügendetektor-Partner, das Greenpeace-Magazin, hat sich aus nicht weiter genannten Gründen (vielleicht mal nachfragen? gpm@greenpeace.de) entschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden. Ich halte das Blog, das 2008 mit dem Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichnet wurde, für absolut unverzichtbar, denn es ist ja nicht so, dass der auch noch so schön gemachte Lügendetektor überflüssig wäre, ganz im Gegenteil: Greenwashing treibt weiterhin die tollsten Blüten - und kaum jemand kann die Industriebehauptungen so wunderbar und detailliert entkräften wie eben die Kollegen Staud und Reimer. Der Klimalügendetektor ist ein wichtiges Instrument der Gegenöffentlichkeit. Gerade in Zeiten, in denen die Medien Konzernkritik kaum noch auf dem Zettel haben - oder sich gleich zum Lautsprecher der Industrie machen. Wie zum Beispiel mal wieder das Springer-Blatt Welt, das, wie der Klimalügendetektor schreibt, dem "Klimaskeptiker" Günter Ederer aktuell eine Menge Platz zur Klimawandel-Leugnung einräumt. Das darf nicht der letzte Eintrag auf Klimalügendetektor sein! Deshalb müssen wir die Kollegen unterstützen. Zum Beispiel mit einer Spende, noch besser mit einer guten Idee, wie es weitergehen könnte. Diese bitte schicken an: hinweis@klima-luegendetektor.de.

Montag, 13. Dezember 2010

Atomlobby: Greenwashing juristisch verboten!

So ist's recht: Das Landgericht Aurich hat gegen das Deutsche Atomforum wegen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht eine einstweilige Verfügung verhängt. Die Atomlobby darf nicht mehr mit Windkraftanlagen für Atomkraft werben. In ihrer neuen Kampagne zeigt das Deutsche Atomforum Atommeiler neben Windrädern und Photovoltaikanlagen, Slogan: "Klimaschützer unter sich". Nun hat der Hersteller der abgebildeten Windräder, Enercon aus Aurich, eine einstweilige Verfügung gegen die fotomontierte Anzeige beantragt, weil er mit seinen Anlagen keine Werbung für Atomkraft machen will. Sehr schön ist die Begründung der Richter: Die Atomlobby übertrage den guten Ruf der Windenergie auf die Atomkraft, die Anzeige diene dazu, Atomstrom "zu Lasten der Anbieter alternativer Energie" zu fördern. Die Atomlobby hat die Werbung mittlerweile von ihrer Seite genommen. Für ihre erste Greenwashingkampagne, die die ältesten und gefährlichsten Meiler in idyllischer Landschaft als "Deutschlands ungeliebte Klimaschützer" und der Behauptung "Null Emissionen" bewarben, erhielt der Lobbyverband der Atomindustrie 2007 den Worst Lobbying Award.
Laut Urteil des Landgerichts Berlin darf die Atomlobby allerdings ihre Anlagen weiterhin mit der Behauptung "Null Emissionen" bewerben. Dabei kommen auch bei AKW einige Tonnen CO2 zusammen, wenn man die Emissionen bei Kraftwerkbau, Uranförderung, Brennelemente-Herstellung und Atommüllentsorgung berücksichtigt - laut einer Berechnung des Ökoinstituts sind das 32 Gramm pro Kilowattstunde in deutschen AKW. Neckarwestheim I und II verursachen also bei einer Jahreserzeugung von 16 Milliarden kWh 512 000 Tonnen CO2.

Freitag, 12. November 2010

Selbst geschrieben: Lufthansa-Interview in Enorm

In der Enorm-Ausgabe Nummer vier habe ich für meine Interview-Kolumne "Hartmann!" die Lufthansa befragt: das Gespräch dreht sich um Agrartreibstoffe, die Behauptung des scheidenden LH Chefs Wolfgang Mayrhuber, Fliegen sei auf langen Strecken umweltfreundlicher als Auto fahren, und die "Vier Säulen Strategie" zur CO2-Reduktion . Eine meiner liebsten Stellen im Interview:  

Enorm: Was soll der Verbraucher tun?

LH: Er ist immer frei in der Entscheidung, ob er das umweltfreundliche oder etwa das preisgünstige Produkt wählt.

Enorm: Dementsprechend sollte er am besten gar nicht fliegen - jedenfalls so wenig wie möglich.

LH: Wo haben Sie denn das gehört?

Weiters habe ich in dieser Enorm-Ausgabe einen Text über die Jäger der Greenwasher, Verbraucherzentralen, Toralf Staud und Foodwatch geschrieben.



Sonntag, 7. November 2010

Elitäre Exzesse in der SZ

"Lasst euch gehen. Kein Fleisch, kein Tabak, kein Exzesse, keine Fernreisen: Machen wir alles richtig und  trotzdem etwas falsch? Höchste Zeit für einen neuen Hedonismus." So ist der Aufmacher im SZ-Wochenende von Hilmar Klute überschrieben. Hoppla, denkt man beim Lesen, es ist doch offenbar noch genug vom alten Hedonismus da, um ganze Seiten mit heulsusigen Texten zu füllen, die die vermeintlich Einschränkung des eigenen Luxus-Lebensstils beklagen. Reichlich bourgeois wird da im SZ-Text gejammert: Seit Jonathan Safran Foers "Tiere essen" könne man nicht mehr ganz guten Gewissens "eine Handvoll bunten Pfeffer in ein blutiges Stück Fleisch einmassieren" und beim Hummer essen nicht mehr "an die unermesslich schönen Sommerabende" denken, "an denen wir" - wir? - "im Langedouc sündhaft überladenen Assietes de fruits de mer gegenübersaßen und das schöne weiße Fleisch aus den Armen der Krustentiere zogen", seit David Foster Wallace in einem Essay die Grausamkeit des Hummerkochens beschrieben hat, der lebendig ins kochende Wasser geworfen wird. Das sei zwar alles nicht toll, aber was will man machen, "doch was uns" - uns? - "zunehmend anstiftet, uns zu einem militanten Hedonismus bekennen zu wollen, ist Folgendes: Unsere Lust am Leben wird von den Advokaten des schlechten Gewissens in Sünde umgemünzt, und der Umstand, dass sie faktisch Recht haben, lässt uns die Ente, die für unser Foie gras gestopft wird, als Märtyrerin verehren."
Ja, ja, alles müssen sie einem verbieten: Fleisch, Hummer, Stopfleber, Fernreisen, Glühbirne (!) und natürlich: Rauchen, das Erkennungszeichen aller Spießerpunks. Dabei ist Rauchen gar nicht verboten, allenfalls in Gaststätten, Zügen und öffentlichen Gebäuden, damit die Minderheit der Raucher der Mehrheit der Nichtraucher nicht mehr Halskratzen, Stinke-Klamotten und Krebs beschert. Draußen und daheim darf geraucht werden, bis die Lunge und Bronchen platzen! Auf dem Sterbebett aber, so Klute, sollten wir uns nicht darüber freuen, dass wird die Kneipen rauchfrei bekommen und Hummer vor dem qualvollen Tod bewahrt haben: "Stattdessen möchten wir uns erinnern, dass es eine Zeit gab, und sie ist noch nicht lange her, da man Dinge tun konnte, ohne dass sie einem gleich um die Ohren gehauen werden."

Ja genau! Es gab Zeiten, da durften Eltern, Pfarrer und Lehrer Kinder prügeln, Chemiekonzerne ihr Gift in Flüsse schütten, Normalbürger ihre Waschmaschine in den Wald schmeißen und Jäger wilde Tiere schießen, bis sie ausgestorben waren. Es soll sogar mal erlaubt gewesen sein, Sklaven zu halten und indigene Völker abzuknallen. Doch diese Zeiten sind zum Glück vorbei: denn der Mensch lernt mitunter aus seinen Fehlern und ist in der Lage, mit Vernunft, Empathie und Intelligenz Entscheidungen zu treffen, die dem Wohle der Allgemeinheit dienen und ihre Unversehrtheit garantieren anstatt schlicht seine privaten Interessen über die der Allgemeinheit zu stellen, koste es, was es wolle: Man nennt das Zivilisation. Das "wir" in Klutes Text dagegen trägt autoritäre und chauvinistische Züge: schon klar, wenn man auf der Seite der Gewinner steht, ist es nicht schwer, bei Armut, Ausbeutung und Leid anderer beide Augen zuzudrücken.

Zwar würden "liebe Menschen" nicht so viel CO2 produzieren, wenn sie keine Fernreisen machen und "zuhause Gemüseaufläufe kochen" statt "abends im Restaurant zu sitzen, Fleisch zu essen und Wein zu trinken". Aber die "nicht ganz so lieben" würden "ziemlich viel gute Laune" verbreiten. Wäre dies tatsächlich der Fall, müsste Deutschland ein recht ausgelassenes und fröhliches Land sein: denn die große Mehrheit scheißt sich ziemlich wenig um die Zustände auf unserem Planeten. Aber stattdessen sind diejenigen, die unentwegt nicht-existente Genussverbote belärmen, die Weinerlichsten von allen. Vielleicht liegt es ja daran, dass all das gar nichts mit Exzess zu tun, sondern schlicht mit Respekt- und Rücksichtslosigkeit: "Was machen wir jetzt?" fragt Klute schließlich. Sein Vorschlag trägt dann den Größenwahn eines Feudalherrn am Vorabend der Revolution: "Vielleicht sollte man sich eine oder zwei Sünden aussuchen, mit denen man sein eigenes Leben abrundet und das der anderen nur in Maßen zerstört." Zerstörung muss aber schon sein - denn wenn man sein Leben nach dem Recht des Stärkeren führt, muss selbst die gute Laune jemand anders so richtig weh tun.

Mittwoch, 3. November 2010

Lachen über Lohas

Einen sehr lustigen Sketch über (britische) Lohas gibt es in der sehr, sehr lustigen Armstrong and Miller-Show auf BBC! Das tolle daran ist nicht nur, dass es die Interessen meines Mannes und die meinen trefflichst vereint - es spielt auch noch Morten Harket von a-ha mit, deren Song "Take on me" ich voll nachhaltig schon seit 25 Jahren als Lieblingslied gebrauche! Meine Lieblingszeile im Song "The Farmer's Market" aus dem Sketch ist aber die: "We have sugar-mice like a normal shop - but not as nice". Da muss ich nämlich immer an meinen kleinen Bioladen ums Eck denken, der auch immer mehr ausssieht wie ein normaler Supermarkt. Wo nämlich einst der Pfandflaschenautomat stand, steht jetzt ein riesiger beleuchteter Kühlschrank, in dem es so eine Art Bio-Energie-Drink gibt (im Sommer gab es dazu ein paar Badelatschen aus aufgeschäumtem Plastik), daneben steht ein Kühltruhe mit verzehrfertig gewaschen und gezupftem Bio-Salat in Plastiktüten und winzige Ananasstückchen abgepackt in kleinen Plastikschalen. Noch dazu muss die arme Frau, die an der Bäckerei- und Wärmetheke steht, auch noch zusätzlich das Pfand annehmen. Im Tiefkühlschrank weiter hinten gibt es dann Pommes, Fleischbällchen, Pizza und sonstige Fertiggerichte, die das Klima zerstören, in der Gemüseabteilung Kartoffeln aus Ägypten, Paprika aus Israel und bald schon wieder Spargel aus Peru und Erdbeeren aus Südspanien. Das ist das Ergebnis der Konsumentedemokratie: alles bleibt, wie es ist. Und das ist doch voll nachhaltig, oder nicht?

Montag, 25. Oktober 2010

Bayer, BASF, E.on und BP sponsern Klima-Leugner in den USA

Machen Sie sich doch mal den Spaß, zuzuordnen, zu welchem der oben genannten Konzerne jeweils die folgende Verantwortungsbehauptung gehört (Auflösung siehe unten):

1. "Wir begrüßen daher die intensive Auseinandersetzung mit dem Klimaschutz, zumal wir diese ökonomische und ökologische Herausforderung seit langem selbst sehr ernst nehmen."
2. "Klimaschutz ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Zur
Umsetzung haben wir uns konkrete Ziele gesetzt, die wir konsequent
verfolgen."

3. "Wir bekennen uns zu unserer Rolle als Schrittmacher beim Übergang in eine kohlenstoffarme Zukunft."
4. "Als nachhaltiges Unternehmen wollen wir Energie auf eine Weise gewinnen und nutzen, die unserem Planeten und seiner Bevölkerung langfristig nicht schadet."

Ist eigentlich völlig wurscht, gelogen sind sie alle. Denn diese Konzerne wollen nur eins: globale Klimapolitik verhindern. Deshalb unterstützen BP, BASF, Eon, Bayer und andere Konzerne mit insgesamt 240 200 US-Dollar vor den US-Kongresswahlen jene Senatoren, die den Klimawandel leugnen und Barack Obamas Klimapolitik verhindern wollen. Der Schweizer Tagesanzeiger zitiert einen Bericht des Climate Action Network Europe, nachdem 80 Prozent der Wahlkampfspenden der dort genannten Konzerne an Senatskandidaten fließt, die sich gegen die Klimapolitik der USA aussprechen. Der großzügigste Spende stammt vom Chemiekonzern Bayer: der ließ seinem Wunschkandidaten 108 100 Dollar zukommen.  Zu den Begünstigten gehören vor allem Angehörige der konservativen Tea-Party-Bewegung, die sich gegen jedwede Regulierung bei Umweltfragen und gegen Finanzmarktkontrolle einsetzen.

Lösung: 1: Bayer, 2: BASF, 3:E.on 4: BP

Sonntag, 16. Mai 2010

Lufthansa: Weltzerstörung für den Umweltschutz

Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa will noch grüner werden und mit Agrosprit fliegen. Bis zum Jahr 2020 sollen dem fossilen Kerosin fünf bis zehn Prozent Agrosprit beigemischt werden. Lufthansa verbrauchte im vergangenen Jahr 7,7 Millionen Tonnen Flugtreibstoff. Daraus folgt ein Agrosprit-Einsatz von 385.000 bis 770.000 Tonnen pro Jahr. Der Treibstoffverbrauch stellt mit 15 Prozent einen der wesentlichen Kostenfaktoren für die Airline dar. Bei weiter steigenden Ölpreisen sieht der Konzern in Agrosprit eine kostengünstigere Alternative. Außerdem hofft Lufthansa nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber, dadurch bei den Ausgaben für den Emissionshandel Vorteile zu haben. Ab 2012 bezieht die Europäische Union die Fluggesellschaften in den Handel mit Verschmutzungsrechten ein. Derzeit schlagen 24 Millionen Tonnen Kohlendioxid bei der Lufthansa zu Buche. Lufthansa schätzt die dadurch entstehenden Kosten auf 150 bis 350 Millionen Euro pro Jahr. Durch die Beimischung des Agrosprits würde die Lufthansa zumindest buchhalterisch ihre CO2-Bilanz verbessern und Ausgaben sparen. Eine Win-Win-Situation, bei der Mensch, Natur und Klima wieder einmal auf der Verlierer-Seite stehen. Als Hoffnungsträger bezeichnet Lufthansa Algen und "Energiegewächse" wie Jatropha. Treibstoff aus Algen ist allerdings Zukunftsmusik - und die tropische Pflanze Jatropha bringt nur dann Erträge, wenn sie, gut bewässert, auf fruchtbaren Böden wächst. Damit steht die "Energiepflanze" in direkter Konkurrrenz zur Nahrungsmittelproduktion: Um das heute verbrauchte Kerosin durch Jatropha zu ersetzen, bräuchte man 1,4 Millionen Quadratkilometer Fläche, das ist die doppelte Fläche von Frankreich. Außerdem fallen pro Liter Agrarsprit aus Jatropha 20 000 Liter Wasser an. Agrosprit, sagt der ehemalige UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung und Mirglied im Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats,  Jean Ziegler, sei "ein Verbrechen gegen die Menschenlichkeit". Für die Anlage der Jatropha-Plantagen werden direkt und indirekt natürliche Ökosysteme gerodet, vor allem sehr arten- und kohlenstoffreiche Savannengebiete. Die Umwandlung dieser Ökosysteme in Monokulturen vernichtet die Biodiversität und heizt durch die massive Freisetzung des in Vegetation und Böden gebundenen Kohlenstoffs den globalen Treibhauseffekt an. Noch dazu ist die Einsparung von Klimagasen nicht einmal nachgewiesen, wie Toralf Staud in seinem ausführlichen Beitrag zu diesem Thema in seinem Blog Klima-Lügendetektor darlegt.


Die NGO Rettet den Regenwald ruft deshalb zum Online-Protest auf. 

Sonntag, 21. März 2010

Flugzeuge sind (tier-)lieb! Greenwashing mit Airbus

Der Flugzeughersteller Airbus hat seinen A380 zum "Botschafter des Internationalen Jahres der Artenvielfalt" gemacht. Das weltgrößte Passagierflugzeug trägt das offizielle Logo der UN-Initiative. Dabei stehe der A380 nicht nur "stellvertretend für ökoeffizientes Fliegen" sondern wolle auch die UN unterstützen und "Kinder und Jugendliche für die Bedeutung der Biodiversität interessieren". Schade nur, dass diese, wenn sie mal groß sind, kaum mehr Artenvielfalt erleben werden, wenn der zunehmende Flugverkehr zur Zerstörung derselben beiträgt. Denn Fliegen ist die mit Abstand klimaschädlichste Art, sich fortzubewegen.
Dass die Luftfahrtindustrie alles unternimmt, um den Beitrag der Klimaerwärmung kleinzureden, ist nichts als Greenwashing. So behauptet Airbus-Sprecher Rainer Ohler etwa folgendes: "Der Luftfahrtsektor unternimmt enorme Anstrengungen, um seinen Beitrag von zwei Prozent zu dem vom Menschen verursachten Kohlendioxidausstoß weiter zu reduzieren. Die Flugzeugemissionen sind in den letzten 40 Jahren bereits um 70 Prozent und die Lärmemissionen um 75 Prozent gesenkt worden. Als globales Unternehmen sieht sich Airbus in der Verantwortung, auch diejenigen zu unterstützen, die sich für die Senkung der übrigen 98 Prozent einsetzen."
Zwei Prozent klingen natürlich toll, sind aber geschönt: zum einen ist der CO2-Ausstoß eines Flugzeugs nicht mit dem eines Autos vergleichbar. Denn der CO2-Ausstoß in den oberen Schichten der Atmosphäre ist drei- bis fünf Mal so schädlich wie der Ausstoß am Boden. Zum anderen stoßen Flugzeuge noch weitere klimaschädliche Stoffe wie Stickoxide und Wasserdampf aus. Erstere bilden in der Atmosphäre das starke Treibhausgas Ozon. Letzterer wiederum führt zu Kondesstreifen und Zirruswolken. Beide reflektieren die Wärmestrahlung der Erde und verstärken den Treibhauseffekt.
Airbus beschreibt weiter seinen A380 als "Symbol für die Entschlossenheit der Luftfahrtindustrie, dem Luftverkehrswachstum mit einer weiteren Reduktion des Carbon Footprint zu begegnen." Das ist natürlich großer Blödsinn. Grundsätzlich funktioniert Reduktion bei gleichzeitigem Wachstum nicht: Wer ein Drei-Liter-Auto kauft und damit doppelt so viel fährt als vorher, hat der Umwelt keinen Dienst erwiesen. Man nennt das auch Rebound-Effekt. "Mit einem Treibstoffverbrauch von nicht einmal drei Litern pro Passagier und 100 km, entsprechend weniger als 75 g CO2 pro Passagier und Kilometer, setzt die A380 einen neuen Maßstab für Ökoeffizienz im Luftverkehr." Damit suggeriert Airbus, ihr 275-Tonnen-Koloss sei klimafreundlicher als ein gewöhnliches Auto. Warum das wiederum Quatsch ist, hat Toralf Staud sehr schön in seinem Greenwashing-Blog Klima-Lügendetektor aufgezeigt.

Montag, 11. Januar 2010

Umfrage: Greenwashing funktioniert bestens

Dass Greenwashing ganz fantastisch funktioniert, belegt eine aktuelle Umfrage, die der Bundesverband der Verbraucherzentrale in Auftrag gegeben hat. Danach glaubt fast ein Viertel (23,5 Prozent) der Befragten, dass ein Produkt, auf dem „klimaneutral“ steht, das Klima nicht belastet. 40,8 Prozent sind überzeugt, dass es für das Klima weniger schädlich ist und jeder Zehnte ist der Meinung, dass auch eine "klimafreundliche" Ware das Klima gar nicht belastet. Dabei wird bei den meisten Produkten, die diese nicht geschützte Kennzeichnung tragen, CO2 nicht vermieden, sondern allenfalls kompensiert. Besonders verblüffend ist dabei aber, wie sehr sich Verbraucher täuschen lassen: Elf Prozent der Befragten denken bei dem Wort „klimafreundlich“ an neue Autos. Insbesondere die Autoindustrie und die Energieriesen bedienen sich des Greenwashings. Dass es mit der Aufgeklärtheit und Mündigkeit des Verbrauchers womöglich gar nicht so weit her ist, belegen die Antworten auf die Frage, welche Dinge sie für explizit nicht klimafreundlich halten: nur vier Prozent halten die Flugzeuge für nicht klimafreundlich, obwohl fliegen das klimaschädlichste überhaupt ist. Und nur sieben Prozent halten Klimakiller Kohlekraft für nicht klimafreundlich. Die Verbraucherzentrale hat deshalb die Website Verbraucher fürs Klima geschaltet, auf der jeder (auch anonym) Werbung mit zweifelhaften oder irreführenden Klima- oder Ökoversprechen melden kann. Die VBZ wird diese Wrbung prüfen und juristische Schritte einleiten. Die schönsten Fälle werden außerdem auf der überaus empfehlenswerten Seite Klima-Lügendetektor vorgestellt, auf der man sich anschauen kann, wie Greenwashing funktioniert und welche Konzeren (va. Energie-, Flug- und Autokonzerne) dieses betreiben.

Samstag, 9. Januar 2010

Heute Lesen: SZ-Wochenende, Seite1!

Welche katastrophalen Folgen für Armut und Klima der Fleischverzehr hat, wie ethisch verheerend Massentierhaltung und industrialisiertes Töten sind: all das ist längst bekannt. Zwar sorgt der Klimawandel dafür, dass der Fleischverzehr endlich ein wenig in Misskredit gerät: selbst Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner rät zu weniger Fleisch (leider ohne politische Taten folgen zu lassen). Und doch sind die Bemühungen seitens Industrie und Gesellschaft, am Fleischkonsum festzuhalten, ungebrochen. Seit Sommer gibt es die angeblich klimaneutrale „Superwurst“, die aus Bio-Schweinfleisch besteht und die Welt retten soll. McDonald’s Grünwerdung wird gelobt, obwohl der Fastfoodkonzern allein in Deutschland täglich (!!!) 100 000 Kilo Rindfleisch verarbeitet. Im Herbst erschien mit Beef eine archaische Männer-Kochzeitschrift, die über Seiten hinweg Steakrezepte veröffentlicht – und auch die modernsten Kochbücher, Bio-Restaurants, Lifestyle-Magazine orientieren sich überwiegend am Fleischgenuss. Am beliebtesten sind technische Innovationen, die dazu beitragen sollen, dass alles so bleiben soll, wie es ist: etwa die Idee der Uni Hohenheim, das Methan-Problem bei Kühen durch eine besondere Diät, andere Fütterungszeiten und einem Vormagen-Bolus in den Griff zu bekommen. Dass der Fischkonsum nicht weniger verheerend ist, ist, obwohl die Meere fast leergefischt sind, ist offenbar noch gar nicht ins Bewusstsein vorgedrungen (der Fischverzehr ist mit 22 Kilo pro Kopf sogar noch angestiegen) – und wird es auch nicht, so lange das zweifelhafte MSC-Siegel das Verbrauchgewissen beruhigt, Aquakulturen als Alternative gefeiert werden und sich nicht einmal Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und WWF einig werden darüber, welcher Fisch nun überfischt ist oder nicht.  Wie wunderbar deutlich wird in der heutigen Ausgabe des SZ-Wochenendes Petra Steinberger in ihrem Essay „Nicht Fisch! Nicht Fleisch!“, in dem die Autorin nicht nur zusammenfasst, was der Fleisch- und Fischkonsum anrichtet auf der Welt, sondern auch die ethische Kompenente miteinbezieht – und zu dem Schluss kommt, dass wir uns diesen Irrsinn nicht mehr leisten können. Ihr schönes Fazit lautet: „Gelüste bleiben. Aber ihre Akzeptanz kann verändert werden. Wir brauchen neue Tabus.“

Sonntag, 8. November 2009

Märchenstunde mit Claudia Langer: FAS-Interview über Fleisch, Fisch und Bio

„Sie wünschen – wir schreiben: Ist das Klima noch zu retten?“ Das bietet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ihren Lesern an. Diese sollen dabei entscheiden, worüber die FAS anlässlich des Klimagipfels in Kopenhagen schreiben soll, verschiedene Themen stehen zu Auswahl. Dass die FAZ die Berichterstattung über das drängendste Problem unserer Zeit, den Klimawandel, als schlichte Dienstleistung versteht, ist schon bemerkenswert. Die FAS-Leser haben sich diesmal eine Antwort auf die Frage „Sind Vegetarier die besseren Klimaschützer?“ gewünscht. Für das Interview zum Thema hat sich die FAS aber nicht etwa einen Ernährungswissenschaftler oder Klimaforscher ausgesucht, sondern ausgerechnet Ex-Werberin und Utopia-Chefin Claudia Langer, die mit ihren Antworten dafür gesorgt hat, dass dem FAS-Leser ganz bestimmt nicht die Gabel mit Sonntagsbraten vor Schreck aus der Hand gefallen ist, sondern dieser ihm weiterhin lecker schmecken wird.

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Dienstag, 27. Oktober 2009

Neue Studie: Bio-Kraftstoffe sind klimaschädlich

Spiegel Online berichtet über eine Studie, nach der der Anbau von Agrar-Kraftstoffen dem Klima genauso massiv schadet wie fossile Brennstoffe. Forscher des amerikanischen Marine Biological Laboratory um Jerry Melillo kamen in zwei Szenarien zu diesem Schluss. Beide basieren auf der Annahme, dass der Bedarf an Biokraftstoffen in den nächsten Jahren steigen wird. Im ersten Modell untersuchen die Wissenschaftler die Auswirkungen der Rodung von Regenwald zugunsten von Anbauflächen für Energie-Pflanzen. Dabei gehen nicht nur massive Flächen von CO2-Speicher verloren: bei der Rodung gelangen auch große Mengen von CO2 in die Atmosphäre. Im zweiten Szenario beschäftigten sich die Forscher mit bereits vorhandenen Anbauflächen, für die zwar kein Regenwald abgeholzt wird. Da auf diesen Flächen aber keine Lebensmittel angebaut werden können, wird für diese wiederum Regenwald fallen. In beiden Fällen aber werden die Pflanzen gedüngt, was zusätzlich klimaschädlich sei: der Dünger führe zu chemischen Reaktionen im Boden, in deren Folge das klimaschädliche N2O(Lachgas) in die Atmosphäre entweiche, das diese noch stärker belasten könnte als CO2.

Montag, 12. Oktober 2009

Ist es zu fassen? Bayer AG erhält Klimaschutzpreis

Man denkt ja immer, es könnte nicht absurder werden. Kann es aber doch: Der Bayer-Konzern wurde als das weltweit beste Unternehmen in den „Carbon Disclosure Leadership Index“ aufgenommen. Mit der Höchstzahl von 95 bei 100 möglichen Punkten führt Bayer als alleiniger Spitzenreiter die Liste der insgesamt 50 im Leadership Index vertretenen Unternehmen an, die aus den 500 größten börsennotierten Unternehmen der Welt ausgewählt wurden. Grundlage ist die fundierte und transparente Berichterstattung über die verfolgte Klimastrategie sowie über Treibhausgas-Emissionen. Mit anderen Worten: Bewertet wurde die freiwillige Selbstauskunft des Unternehmens über ihr Klima-Engagement. Bewertet wurde diese ausgerechnet von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die bereits Michail Chodorkowoskij, Chef des russischen Ölkonzerns Yukos, der wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt wurde, eine saubere Buchführung bescheinigte. Dass Bayer eine so katastrophal lange Liste an Umwelt- und Menschrechtsvergehen (einen Überblick kann man sich auf der Seite der Coordination gegen Bayer-Gefahren verschaffen oder in „Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne“ von Hans Weiss und Klaus Werner-Lobo) nachgewiesen werden kann, dass man damit Bücher vollschreiben könnte, ist das eine. Das andere ist, dass der Chemiekonzern sich schon vor drei Jahren den Vorwurf gefallen lassen musste, seine Klimabilanz schöngefärbt zu haben.

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