Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Südwind untersucht kleine ökosoziale Modelabels

Junge ökosoziale Modelabels schießen wie Pilze aus dem Boden, die Magazine und Einkaufsratgeber sind voll von schicker korrekter Mode, Modemessen und -schauen suggerieren, das Ethik genauso trendtauglich ist, wie Rocklängen, Stoffmuster oder Farben und ökosoziale Mode kleiner schick klingender Labels gilt den Lohas als Beweis, dass ethischer korrekter Konsum vor allem sexy und lustig ist. Dabei gibt nicht nur die Textilindustrie, sondern vor allem NGOs wie die Kampagne für Saubere Kleidung zu bedenken, dass die globale Textilkette kaum zu 100 Prozent zurückzuverfolgen ist: wo die Baumwolle wächst, gewoben, gefärbt und zu Kleidern genäht wird, geschieht bei hunderten unterschiedlicher Zulieferer – und selbst ein Öko-T-Shirt kann unter verheerenden Bedingungen in Sweatshops genäht worden sein. Denn gerade in der Bekleidungsindustrie gilt: bio ist nicht fair – und fair ist nicht bio. Einmal diese kleinen Labels nach Anspruch und Wirklichkeit zu überprüfen, war also längst fällig – die NGO Südwind hat dies mit der Studie „Sozial-ökologische Mode auf dem Prüfstand“ nun erstmals getan und ganz bewusst nur kleine Unternehmen untersucht. Im Gegensatz zu den Einkaufstratgebern, die entweder den ökologischen oder den sozialen Aspekt berücksichtigen, nicht aber die gesamte Lieferkette, untersucht die Südwind-Studie, beide Aspekte. Das Ergebnis ist leider ernüchternd. Nicht nur, dass nur 23 von 204 angefragten Modelabels (63 davon aus Deutschland), die sich den Anspruch geben, ökosoziale Produkte herzustellen oder zu verkaufen, überhaupt an der Befreigung teilgenommen haben: mit nur wenigen Ausnahmen fallen die ökologischen aber vor allem die sozialen Anforderungen der meisten Anbieter hinter etablierte internationale Standards zurück.

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