Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Montag, 13. Dezember 2010

Atomlobby: Greenwashing juristisch verboten!

So ist's recht: Das Landgericht Aurich hat gegen das Deutsche Atomforum wegen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht eine einstweilige Verfügung verhängt. Die Atomlobby darf nicht mehr mit Windkraftanlagen für Atomkraft werben. In ihrer neuen Kampagne zeigt das Deutsche Atomforum Atommeiler neben Windrädern und Photovoltaikanlagen, Slogan: "Klimaschützer unter sich". Nun hat der Hersteller der abgebildeten Windräder, Enercon aus Aurich, eine einstweilige Verfügung gegen die fotomontierte Anzeige beantragt, weil er mit seinen Anlagen keine Werbung für Atomkraft machen will. Sehr schön ist die Begründung der Richter: Die Atomlobby übertrage den guten Ruf der Windenergie auf die Atomkraft, die Anzeige diene dazu, Atomstrom "zu Lasten der Anbieter alternativer Energie" zu fördern. Die Atomlobby hat die Werbung mittlerweile von ihrer Seite genommen. Für ihre erste Greenwashingkampagne, die die ältesten und gefährlichsten Meiler in idyllischer Landschaft als "Deutschlands ungeliebte Klimaschützer" und der Behauptung "Null Emissionen" bewarben, erhielt der Lobbyverband der Atomindustrie 2007 den Worst Lobbying Award.
Laut Urteil des Landgerichts Berlin darf die Atomlobby allerdings ihre Anlagen weiterhin mit der Behauptung "Null Emissionen" bewerben. Dabei kommen auch bei AKW einige Tonnen CO2 zusammen, wenn man die Emissionen bei Kraftwerkbau, Uranförderung, Brennelemente-Herstellung und Atommüllentsorgung berücksichtigt - laut einer Berechnung des Ökoinstituts sind das 32 Gramm pro Kilowattstunde in deutschen AKW. Neckarwestheim I und II verursachen also bei einer Jahreserzeugung von 16 Milliarden kWh 512 000 Tonnen CO2.

Freitag, 12. November 2010

Selbst geschrieben: Lufthansa-Interview in Enorm

In der Enorm-Ausgabe Nummer vier habe ich für meine Interview-Kolumne "Hartmann!" die Lufthansa befragt: das Gespräch dreht sich um Agrartreibstoffe, die Behauptung des scheidenden LH Chefs Wolfgang Mayrhuber, Fliegen sei auf langen Strecken umweltfreundlicher als Auto fahren, und die "Vier Säulen Strategie" zur CO2-Reduktion . Eine meiner liebsten Stellen im Interview:  

Enorm: Was soll der Verbraucher tun?

LH: Er ist immer frei in der Entscheidung, ob er das umweltfreundliche oder etwa das preisgünstige Produkt wählt.

Enorm: Dementsprechend sollte er am besten gar nicht fliegen - jedenfalls so wenig wie möglich.

LH: Wo haben Sie denn das gehört?

Weiters habe ich in dieser Enorm-Ausgabe einen Text über die Jäger der Greenwasher, Verbraucherzentralen, Toralf Staud und Foodwatch geschrieben.



Montag, 25. Oktober 2010

Bayer, BASF, E.on und BP sponsern Klima-Leugner in den USA

Machen Sie sich doch mal den Spaß, zuzuordnen, zu welchem der oben genannten Konzerne jeweils die folgende Verantwortungsbehauptung gehört (Auflösung siehe unten):

1. "Wir begrüßen daher die intensive Auseinandersetzung mit dem Klimaschutz, zumal wir diese ökonomische und ökologische Herausforderung seit langem selbst sehr ernst nehmen."
2. "Klimaschutz ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Zur
Umsetzung haben wir uns konkrete Ziele gesetzt, die wir konsequent
verfolgen."

3. "Wir bekennen uns zu unserer Rolle als Schrittmacher beim Übergang in eine kohlenstoffarme Zukunft."
4. "Als nachhaltiges Unternehmen wollen wir Energie auf eine Weise gewinnen und nutzen, die unserem Planeten und seiner Bevölkerung langfristig nicht schadet."

Ist eigentlich völlig wurscht, gelogen sind sie alle. Denn diese Konzerne wollen nur eins: globale Klimapolitik verhindern. Deshalb unterstützen BP, BASF, Eon, Bayer und andere Konzerne mit insgesamt 240 200 US-Dollar vor den US-Kongresswahlen jene Senatoren, die den Klimawandel leugnen und Barack Obamas Klimapolitik verhindern wollen. Der Schweizer Tagesanzeiger zitiert einen Bericht des Climate Action Network Europe, nachdem 80 Prozent der Wahlkampfspenden der dort genannten Konzerne an Senatskandidaten fließt, die sich gegen die Klimapolitik der USA aussprechen. Der großzügigste Spende stammt vom Chemiekonzern Bayer: der ließ seinem Wunschkandidaten 108 100 Dollar zukommen.  Zu den Begünstigten gehören vor allem Angehörige der konservativen Tea-Party-Bewegung, die sich gegen jedwede Regulierung bei Umweltfragen und gegen Finanzmarktkontrolle einsetzen.

Lösung: 1: Bayer, 2: BASF, 3:E.on 4: BP

Montag, 31. Mai 2010

Heute im Radio: Wieviel Bio verträgt die Natur?

SWR 2 sendet heute von 17:05 bis 17:50 Uhr eine Diskussionsrunde mit dem Thema Wachstum über alles - wieviel bio verträgt die Natur? Darin diskutiere ich mit Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Detlef Stoffel, Mitbegründer der Naturkostbewegung in Deutschland.

Die Antwort ist ganz klar: 100 Prozent! Dass eine ökologische Landwirtschaft die Welt ernähren kann, ist von dutzenden Studien belegt, man kann sie in der ausführlichen Broschüre des BÖLW nachlesen. Es ist die konventionelle Landwirtschaft, die Natur und Klima zerstört, Armut und Hunger vorantreibt und die Gesundheit des Menschen zerstört:  Ressourcenverbrauch vor allem fossiler Energien (Stickstoffdünger!), Ausstoß klimaschädlicher Gase, brutaleste Ausbeutung von Tieren, Monokultur und Pestizideinsatz, die Böden, Wasser (deren  Aufbereitung und Sanierung wir mit unseren Steuern bezahlen - nur deshalb sind konventionelle Lebensmittel billiger!!!) und Artenvielfalt zerstören. Und ein gigantischer Flächenverbrauch: weil der Fleischverzehr in den Industrieländern gigantisch hoch ist, wird das Tierfutter auf Böden in Entwicklungsländern geerntet, wo Essen für Menschen wachsen kann: 70 Prozent des Tierfutters wird importiert, 30 Prozent der eisfreien Flächen wird für Tierzucht verschwendet. Und weil die konventionelle Landwirtschaft wie alle Industrien ihre Profite auch durch Export macht, werden Milchpulver, Fleischabfälle, Tomatenmark und anderer Überschuss teils hochsubventioniert auf die Märkte der Entwicklungsländer gebracht, wo sie die lokalen Märkte zerstören und die Armut weiter vorantreiben. Was also die konventionelle Landwirtschaft anrichtet, lässt sich auch im Weltagrarbericht nachlesen: Die industrielle Überproduktion hat den Hunger nicht beseitigt, sondern verstärkt. Eine Milliarde Menschen hungert, eine Milliarde Menschen ist fehlernährt - und eine weitere leidet an krankhaften Übergewicht.
Dass konservative Autoren wie etwa das Propagandisten-Duo Dirk Maxeiner und Michael Miersch Bio mit noch so absurden und falschen Behauptungen diskreditieren, hat dem Ruf arg geschadet. Dass immer wieder Berichte oder Studien auftauchen, die belegen wollen,  dass Bio ja gar nicht gesünder ist oder gar nicht besser schmeckt oder gar nicht mehr Vitamine hat, wie die jüngste Untersuchung der Stiftung Warentest, ist fatal. Dass der Ruf von Bio derart beschädigt ist, daran sind die Lohas leider nicht unschuldig: ihnen war Bio NUR durch Ego-Aspekte wie Genuss, Glamour und (eigene) Gesundheit zu verkaufen, NICHT durch die Idee des ökologischen Landbaus. Ihnen ist es auch zu verdanken, dass selbst Erdbeeren, Pfirsiche und Spargel im Winter in Bioqualität zu haben sein müssen, Verzicht ist ja nicht angesagt bei Lohas, egal, wie sehr solche Produkte (Wasserverbrauch, Transport) trotz bio der Umwelt schaden. Die Glamour-Bio-Idee hat leider auch dazu geführt, dass Bio einen Ruf des Elitären bekommen hat - obwohl der ökologische Landbau ein solidarischer Ansatz ist und große gesellschaftliche Leistungen zu erbringen vermag. Die Umsetzung und Verbreitung von Bio bedarf politischer Entscheidungen, die wir als Bürger vorantreiben müssen, nicht als Konsumenten an der Einkaufskasse!





Sonntag, 16. Mai 2010

Lufthansa: Weltzerstörung für den Umweltschutz

Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa will noch grüner werden und mit Agrosprit fliegen. Bis zum Jahr 2020 sollen dem fossilen Kerosin fünf bis zehn Prozent Agrosprit beigemischt werden. Lufthansa verbrauchte im vergangenen Jahr 7,7 Millionen Tonnen Flugtreibstoff. Daraus folgt ein Agrosprit-Einsatz von 385.000 bis 770.000 Tonnen pro Jahr. Der Treibstoffverbrauch stellt mit 15 Prozent einen der wesentlichen Kostenfaktoren für die Airline dar. Bei weiter steigenden Ölpreisen sieht der Konzern in Agrosprit eine kostengünstigere Alternative. Außerdem hofft Lufthansa nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber, dadurch bei den Ausgaben für den Emissionshandel Vorteile zu haben. Ab 2012 bezieht die Europäische Union die Fluggesellschaften in den Handel mit Verschmutzungsrechten ein. Derzeit schlagen 24 Millionen Tonnen Kohlendioxid bei der Lufthansa zu Buche. Lufthansa schätzt die dadurch entstehenden Kosten auf 150 bis 350 Millionen Euro pro Jahr. Durch die Beimischung des Agrosprits würde die Lufthansa zumindest buchhalterisch ihre CO2-Bilanz verbessern und Ausgaben sparen. Eine Win-Win-Situation, bei der Mensch, Natur und Klima wieder einmal auf der Verlierer-Seite stehen. Als Hoffnungsträger bezeichnet Lufthansa Algen und "Energiegewächse" wie Jatropha. Treibstoff aus Algen ist allerdings Zukunftsmusik - und die tropische Pflanze Jatropha bringt nur dann Erträge, wenn sie, gut bewässert, auf fruchtbaren Böden wächst. Damit steht die "Energiepflanze" in direkter Konkurrrenz zur Nahrungsmittelproduktion: Um das heute verbrauchte Kerosin durch Jatropha zu ersetzen, bräuchte man 1,4 Millionen Quadratkilometer Fläche, das ist die doppelte Fläche von Frankreich. Außerdem fallen pro Liter Agrarsprit aus Jatropha 20 000 Liter Wasser an. Agrosprit, sagt der ehemalige UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung und Mirglied im Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats,  Jean Ziegler, sei "ein Verbrechen gegen die Menschenlichkeit". Für die Anlage der Jatropha-Plantagen werden direkt und indirekt natürliche Ökosysteme gerodet, vor allem sehr arten- und kohlenstoffreiche Savannengebiete. Die Umwandlung dieser Ökosysteme in Monokulturen vernichtet die Biodiversität und heizt durch die massive Freisetzung des in Vegetation und Böden gebundenen Kohlenstoffs den globalen Treibhauseffekt an. Noch dazu ist die Einsparung von Klimagasen nicht einmal nachgewiesen, wie Toralf Staud in seinem ausführlichen Beitrag zu diesem Thema in seinem Blog Klima-Lügendetektor darlegt.


Die NGO Rettet den Regenwald ruft deshalb zum Online-Protest auf. 

Montag, 11. Januar 2010

Umfrage: Greenwashing funktioniert bestens

Dass Greenwashing ganz fantastisch funktioniert, belegt eine aktuelle Umfrage, die der Bundesverband der Verbraucherzentrale in Auftrag gegeben hat. Danach glaubt fast ein Viertel (23,5 Prozent) der Befragten, dass ein Produkt, auf dem „klimaneutral“ steht, das Klima nicht belastet. 40,8 Prozent sind überzeugt, dass es für das Klima weniger schädlich ist und jeder Zehnte ist der Meinung, dass auch eine "klimafreundliche" Ware das Klima gar nicht belastet. Dabei wird bei den meisten Produkten, die diese nicht geschützte Kennzeichnung tragen, CO2 nicht vermieden, sondern allenfalls kompensiert. Besonders verblüffend ist dabei aber, wie sehr sich Verbraucher täuschen lassen: Elf Prozent der Befragten denken bei dem Wort „klimafreundlich“ an neue Autos. Insbesondere die Autoindustrie und die Energieriesen bedienen sich des Greenwashings. Dass es mit der Aufgeklärtheit und Mündigkeit des Verbrauchers womöglich gar nicht so weit her ist, belegen die Antworten auf die Frage, welche Dinge sie für explizit nicht klimafreundlich halten: nur vier Prozent halten die Flugzeuge für nicht klimafreundlich, obwohl fliegen das klimaschädlichste überhaupt ist. Und nur sieben Prozent halten Klimakiller Kohlekraft für nicht klimafreundlich. Die Verbraucherzentrale hat deshalb die Website Verbraucher fürs Klima geschaltet, auf der jeder (auch anonym) Werbung mit zweifelhaften oder irreführenden Klima- oder Ökoversprechen melden kann. Die VBZ wird diese Wrbung prüfen und juristische Schritte einleiten. Die schönsten Fälle werden außerdem auf der überaus empfehlenswerten Seite Klima-Lügendetektor vorgestellt, auf der man sich anschauen kann, wie Greenwashing funktioniert und welche Konzeren (va. Energie-, Flug- und Autokonzerne) dieses betreiben.

Samstag, 9. Januar 2010

Heute Lesen: SZ-Wochenende, Seite1!

Welche katastrophalen Folgen für Armut und Klima der Fleischverzehr hat, wie ethisch verheerend Massentierhaltung und industrialisiertes Töten sind: all das ist längst bekannt. Zwar sorgt der Klimawandel dafür, dass der Fleischverzehr endlich ein wenig in Misskredit gerät: selbst Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner rät zu weniger Fleisch (leider ohne politische Taten folgen zu lassen). Und doch sind die Bemühungen seitens Industrie und Gesellschaft, am Fleischkonsum festzuhalten, ungebrochen. Seit Sommer gibt es die angeblich klimaneutrale „Superwurst“, die aus Bio-Schweinfleisch besteht und die Welt retten soll. McDonald’s Grünwerdung wird gelobt, obwohl der Fastfoodkonzern allein in Deutschland täglich (!!!) 100 000 Kilo Rindfleisch verarbeitet. Im Herbst erschien mit Beef eine archaische Männer-Kochzeitschrift, die über Seiten hinweg Steakrezepte veröffentlicht – und auch die modernsten Kochbücher, Bio-Restaurants, Lifestyle-Magazine orientieren sich überwiegend am Fleischgenuss. Am beliebtesten sind technische Innovationen, die dazu beitragen sollen, dass alles so bleiben soll, wie es ist: etwa die Idee der Uni Hohenheim, das Methan-Problem bei Kühen durch eine besondere Diät, andere Fütterungszeiten und einem Vormagen-Bolus in den Griff zu bekommen. Dass der Fischkonsum nicht weniger verheerend ist, ist, obwohl die Meere fast leergefischt sind, ist offenbar noch gar nicht ins Bewusstsein vorgedrungen (der Fischverzehr ist mit 22 Kilo pro Kopf sogar noch angestiegen) – und wird es auch nicht, so lange das zweifelhafte MSC-Siegel das Verbrauchgewissen beruhigt, Aquakulturen als Alternative gefeiert werden und sich nicht einmal Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und WWF einig werden darüber, welcher Fisch nun überfischt ist oder nicht.  Wie wunderbar deutlich wird in der heutigen Ausgabe des SZ-Wochenendes Petra Steinberger in ihrem Essay „Nicht Fisch! Nicht Fleisch!“, in dem die Autorin nicht nur zusammenfasst, was der Fleisch- und Fischkonsum anrichtet auf der Welt, sondern auch die ethische Kompenente miteinbezieht – und zu dem Schluss kommt, dass wir uns diesen Irrsinn nicht mehr leisten können. Ihr schönes Fazit lautet: „Gelüste bleiben. Aber ihre Akzeptanz kann verändert werden. Wir brauchen neue Tabus.“

Sonntag, 8. November 2009

Märchenstunde mit Claudia Langer: FAS-Interview über Fleisch, Fisch und Bio

„Sie wünschen – wir schreiben: Ist das Klima noch zu retten?“ Das bietet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ihren Lesern an. Diese sollen dabei entscheiden, worüber die FAS anlässlich des Klimagipfels in Kopenhagen schreiben soll, verschiedene Themen stehen zu Auswahl. Dass die FAZ die Berichterstattung über das drängendste Problem unserer Zeit, den Klimawandel, als schlichte Dienstleistung versteht, ist schon bemerkenswert. Die FAS-Leser haben sich diesmal eine Antwort auf die Frage „Sind Vegetarier die besseren Klimaschützer?“ gewünscht. Für das Interview zum Thema hat sich die FAS aber nicht etwa einen Ernährungswissenschaftler oder Klimaforscher ausgesucht, sondern ausgerechnet Ex-Werberin und Utopia-Chefin Claudia Langer, die mit ihren Antworten dafür gesorgt hat, dass dem FAS-Leser ganz bestimmt nicht die Gabel mit Sonntagsbraten vor Schreck aus der Hand gefallen ist, sondern dieser ihm weiterhin lecker schmecken wird.

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Freitag, 9. Oktober 2009

Grünen-Studie zu Konsumverhalten und Klimaschutz

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen kommt in einer Studie zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass es nicht ausreicht, auf eine Verhaltensänderung der Konsumenten zu warten. Die Konsumenten würden zwar gern zum Klimaschutz beitragen, seien aber oft überfordert, die Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen auf den Klimaschutz überhaupt zu beurteilen. Darüber hinaus werde die Wahl der Produkte im seltensten Fall nur aus ökologischen Gründen getroffen. Und manchmal bestünden zwischen den Produkten sogar „ökologische Zielkonflikte, zu deren Beurteilung vielleicht eine Handvoll ExpertInnen in der Lage sein mögen, kaum aber Max und Monika Muster“, schreibt die Autorin der Studie, Eva Hauser. Verbraucherinformation und -aufklärung sei ein zu schwaches Instrument für effektive Klimaschutzpolitik. Die Studie setzt auf Regulierung, etwa durch die EU-Ökodesign-Richtlinie, nach der auch die Glühbirne sukzessive abgeschafft wird, und auf Förderung, Kontrolle, Zertifizierung und Kennzeichnung von Herstellern klimafreundlicher Produkte. Die Studie gibt es hier zum Download.