Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Mittwoch, 29. Juni 2011

Der WWF und andere "Naturschutzmultis"

Nach der Ausstrahlung des Films kriegt sich der WWF nicht mehr ein mit Gegendarstellungen, Wilfried Huismann nimmt Stellung dazu auf seiner Seite. Ein schönes Interview mit Huismann hat übrigens auch SWR 1 gesendet.

Ein interessanter Text über die Unternehmensverquickung des WWF und eine Gegenüberstellung mit Greenpeace erschien bereits vor zehn Jahren in Brand eins. Ein weiterer Beleg für die Intransparenz des WWF ist übrigens "Saufen für den Regenwald": gern brüstet sich der WWF damit, 83 MILLIONEN Quadratmeter Regenwald im Kongobecken zu schützen. Nun ist ja "schützen" ein vager Begriff. Der Krombacher-Kunde würde womöglich davon ausgehen, dass der WWF, der durch die Aktion vier Millionen Euro bekommen hat (Stand 2009), die Bäume im Dzanga-Sangha-Schutzgebiet auf dieser enorm riesig klingenden Fläche vor der Abholzung schützt. Doch erstens sind 83 Millionen Quadratmeter sind 83 Quadratkilomter - das ist ein bisschen größer als der Chiemsee (79 Quadratkilomter) und macht nur zwei Prozent des 4000 Quadratkilomter großen Schutzgebietes im Kongobecken aus. Dort ist übrigens nicht die Regenwaldabholzung das Problem, sondern die Wilderei. Seit kein Holz mehr abgeholzt wird, wird Geld mit Elefantenfleisch. 2008 ging der SWR dieser Kooperation nach und fand heraus, dass 2007 dort 100 der 870 Tiere Wilderern zum Opfer fielen. Die Parkranger machten das Wildern zwar schwieriger, könnten es aber nicht verhindern. Ein ortsbekannter Wilderer lebe gar direkt neben dem WWF-Zentrum. Im Interview mit WWF-Wildtier-Experte Christoph Hein ("Wilderei gibt es außerhalb der Schutzgebiete wesentlich mehr als innerhalb der Schutzgebiete" bzw. "Wir glauben ganz einfach, dass es wichtig ist, nicht immer nur die Probleme auf den Tisch zu packen sondern dort, wo wir Erfolge haben und auch mal was Gutes erreicht haben, das auch mal darzustellen." - äh.... was denn genau????), zeigt sich wieder die bekannte Abwiegelei des WWF. 

Ans Herz legen möchte ich heute auch das Buch "Naturschutz und Profit. Menschen zwischen Vertreibung und Naturzerstörung"  von Klaus Pedersen. Dort wird aufschlussreich beschrieben, wie kommerzielle Umweltorganisationen (Pedersen nennt sie treffend "Naturschutzmultis") wie der WWF grüne Kolonialisierung betreiben Naturschutz und Menschenrechte gegeneinander ausspielen. Es geht vornehmlich um die grüne Kolonisierung der "großen Drei", nämlich Conservation International (CI),  The Nature Conservancy (TNC) und, ja den WWF.

Man muss sich einfach nur die Unternehmenspartenerschaften anschauen: Die CI kooperiert mit  Starbucks, weitere illustre Spender sind Coca Cola, Kraft Foods, Cargill,  Goldman Sachs, Monsanto, Shell, BP, McDonalds, Walt Disney Company, die Bergbau-Gesellschaft Rio Tinto, Wilmar International - Kurzum: Konzerne, denen die schlimmsten Menschenrechts- und Umweltverbrechen vorgeworfen werden. Und zu den Unterstützern gehört natürlich auch DER WWF!

Die Partnerliste von TNC ist nicht weniger illuster: auch hier finden wir Monsato, Coca Cola, Cargill, BP,  Nestlé-Waters, ExxonMobil, Dow Chemicals, die zusammen mit Monsanto Agent Orange hergesetllt haben - und zwar in der Section International Leadership Council. Ach ja, fast hätt ichs vergessen, so logisch ist das: auch mit dem WWF und der CI wird zusammengearbeitet.

Toll und aufschlussreich ist auch die Seite "The wrong kind of green" die sich kritisch mit dem WWF und den anderen Kandidaten auseinandersetzt sowie der Text des britischen konzernkritischen Journalisten Johann Hari im Magazin The Nation und der Artikel "A Challenge to Conservationists" des Antropologen Mac Chapin, der 2004 im World Watch Magazine erschienen ist. Wie es auch jetzt der WWF mit Huismanns Beitrag macht, "bezichtigten die 'großen Drei' den Artikel, inhaltlich nicht korrekt zu sein (ohne konkrete Beispiele anzuführen), während Vertreter der Südhalbkugel den Beitrag nahezu einhellig als mutig und ihren eigenen Erfahrungen entsprechend begrüßten." (Pedersen S.57)

All das zeigt, wie perfide Großkonzerne den Naturschutz zu ihren Zwecken unterwandern. Großkonzerne haben einzig und allein Interesse an krisensicherem Profit. Es gibt keine Wandel zum Guten und "Dialoge", am besten noch "auf Augenhöhe", sind bloß Augenwischerei - das kuschelige Geschwätz hat nur den einen Sinn, Protest und Widerstand gegen die zerstörerische Weltmacht der Konzerne, besser gesagt, den "wirtschaftlichen Weltkrieg" (Jean Ziegler), abzublocken. Mag sein, dass manche Konzerne von Klimaschutzmaßnahmen profitieren - aber Menschen- und Arbeitsrechte sind nie und nimmer profitabel.

Freitag, 24. Juni 2011

WWF wehrt sich

Leider lief der aufschlussreiche Film "Der Pakt mit dem Panda" am Mittwoch erst spätabends (hier kann er angeschaut werden, falls ihn jemand verpasst hat), dennoch hat er erfreulicherweise für großes Medienecho gesorgt. In einem "Faktencheck" widerspricht der WWF nun den Vorwürfen der Dokumentation von Wilfried Huisman (man hat sich ja schon während des Film gefragt, wieso der WWF nicht professioneller reagiert und stattdessen Dörte Bieler vor die Kamera setzt, die sich jämmerlich um Kopf und Kragen redet - Psychologen dürften allein beim Anblick der Mimik und Gestik ihre Freude gehabt haben). Schon die ersten drei Statemens sind natürlich gelogen.

1: Der WWF lehnt Gentechnik grundsätzlich ab

Blödsinn. Der WWF sitzt zusammen mit unter anderem Monsanto, Syngenta, Nestlé und Bayer Crop Science im Round Table on Sustainable Soy Association, eine ähnliche Greenwashing-Institution wie der Roundtable on Sustainable Palmoil. Dieser verleiht das RTRS-Zertifikat. Abgesehen davon, das fast 80 Prozent der Mitglieder aus der Industrie (57 Prozent Konzerne, 20 Prozent Produzenten) stammen, gehört zu den fünf Hauptkriterien "verantwortungsvollen Anbaus" (Legal compliance & good  business practice, Responsible labor conditions, Responsible community relations, Environmental responsibility, Good agriculture practices - windelweicher geht es kaum) nicht der Verzicht auf Gentechnik. Im Gegenteil: in den RTRS-Standards steht geschrieben:

"This standard applies to all kinds of soybeans, including conventionally grown, organic, and genetically modified (GM). It has been designed to be used for all scales of soy production and all the countries where soy is produced."

hochinteressant ist auch dieser Zusatz:

"When a change in soybean production practices is introduced which could impact on neighboring production systems, it is the responsibility of the producer making the change to implement a buffer strip of 30 m (e.g. in areas where production is generally GM, it is the responsibility of an organic or non-GM farmer to maintain the buffer around his own production. In areas where production is mainly non-GM or organic, a farmer planting GM or using chemicals should maintain a buffer)."

Als es 2009 Vorwürfe von NGO wie Save our Seeds hagelte, der WWF unterstütze Gentechnik, rechtfertigte sich der WWF, er stünde ja nicht hinter allen Entscheidungen des RTRS (das ist ungefähr so, als wäre ich als Vegetarier Mitglied bei der Fleischerinnung, um mit den Mitgliedern das Ende der Fleischproduktion voranzubringen) und adelt seine Greenwashing-Dienstleistung für Monsanto & Kollegen folgendermaßen:

"WWF believes that the RTRS cannot be effective in helping to prevent the environmental impacts of soy production, such as forest conversion, habitat loss, soil degradation, water use and pesticide use, unless it applies both to GM soy and GM-free soy. Eliminating GM soy producers from the RTRS would greatly limit its potential to mitigate critical environmental impacts of soy production."

Nun ist es nicht nur so, dass der Roundtable Gen-Soja-Anbau schützt und zertifiziert, sondern auch Agro-Sprit. Damit würde der WWF unter anderem dafür sorgen, dass Verbrecher-Konzerne wie Monsanto für genmodifiziertes Soja auch noch CO2-Zertifikate bekommen, kritisierte 2009 die Jury des dänischen Angry Mermaid Award und verlieh den Negativpreis an Monsanto.

Eine weitere GMO-Quelle, die der WWF schützt, ist das zweifelhafte Projekt Better Cotton Initiative, in der auch Ikea und H&M Mitglied sind. Dort ist gentechnisch veränderte Baumwolle erlaubt. Wenn man also sagt, dass man sich in Sachen Gentechnik "technologieneutral" ("GMO technology: BCI does not wish to dictate to growers which technologies are best for them") verhalte und auch Bauern erlaube, gentechnisch verändertes Saatgut zu verwenden - lehnt man dann wirklich Gentechnick grundsätzlich ab? Lehnt man ferner allen Ernstes Gentechnik grundsätzlich ab, wenn man zulässt, dass es innerhalb der BCI Feldversuche mit gentchenisch verändertem Saatgut gibt und weiterhin geben soll?

Abgesehen davon ist scheints auch die Behauptung, der WWF habe von Monsanto kein Geld genommen, gelogen: Auf Anfrage der SZ gab der Verband zu, Monstao-Spenden entgegegn genommen zu haben.


2. Der WWF ist nicht käuflich

"Der WWF schließt keine Kooperation, wenn ein Unternehmen nicht bereit ist, unsere Standards im Umweltschutz und im Bereich der Nachhaltigkeit zu akzeptieren. Wir kritisieren wenn nötig Kooperationspartner auch öffentlich." Schreibt der WWF. Wann hat der WWF zuletzt einen Konzern kritisert? Wie kann man behaupten, nicht mit Wilmar zusammenzuarbeiten, wenn doch der Vize-Chef des Roundtable on Sustainable Palmoil ein Wilmar-Abteilungsleiter und ein WWF-Mitarbeiter sind? Seltsam, dass keine einzige Konzernkritik zu Wilmar von Seiten des WWF irgendwo zu finden ist, im Gegenteil. Ein kleiner Blick auf die Sponsorenliste ist immer wieder erhellend. Die letzte Konzern-Kritik des WWF an Henkel, die jedenfalls ich gefunden habe, stammt von 2003 - und schon im Jahr darauf war Henkel Mitglieder beim RSPO.

3. Der WWF setzt sich weltweit für den Erhalt der Regenwälder ein

Muss man das noch kommentieren? Ich verweise hiermit abermals auf die NGO FSC-Watch, die die Machenschaften des Forest Stewartship Council kritisiert (zu denen unter anderem seit Jahren Kahlschlag, illegale Regenwaldabholzung, Vertreibung indigener Völker und sogar Mord gehört - aktueller Skandal übrigens: auf südafrikanischen Holz-Monokulturen, die FSC-zertifiziert sind, werden hunderte Affen abgeknallt), den der WWF mibegründet hat, sowie selbstverständlich auf den Roundtable on Sustainable Palmoil, dessen Existenz mehr als 250 internationale Umweltschutzorganisationen als Greenwashing ablehnen. Und ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass sich der WWF 2003 nicht entblödet hat, mit der Fluggesellschaft LTU zusammenzuarbeiten und unter dem wunderschönen Titel "Fliegen für den Regenwald" pro Flugticket an den WWF spenden zu lassen: mit den geplanten 20 Millionen sollten 25 Quadratkilometer Regenwald geschützt werden - weil das grad mal halb so viel Fläche ist wie der Starnberger See hat, behalf sich der WWF wie schon auch bei "Saufen für den Regenwald" (Krombacher) eines billigen Umrechnungstricks und sprach von 25 Millionen Quadratmetern - dabei wird, mit freundlicher Unterstützung des WWF, weltweit so viel Fläche Regenwald binnen dreineinhalb Stunden vernichtet.

Das Magazin Enorm sucht übrigens Aufklärer, die nach dem Vorbild "Guttenplag" Hinweise für die Machenschaften des WWF haben.



Freitag, 19. März 2010

Greenpeace-Gruselvideo gegen Palmöl

Ein sehr schönes Ekelvideo von Greenpace ist derzeit in Umlauf. Die Umweltschutzorganisation prangert darin den Lebensmitttelkonzern Nestlé an, in ihren Schokoriegeln Palmöl zu verwenden - zum Beispiel im Riegel Kitkat (Fairer Handel hin oder her). Nestlé gab bekannt, die Zusammenarbeit mit einem besonders skruplellosen Lieferanten eingestellt zu haben und den "nachhaltigen" Palmölanbau zu unterstützen. Gemeint ist das industriefreundlichen Unbedenklichkeitssiegel RSPO (Präsident des Round table on sustainable palmoil  ist ausgerechnet Unilever-Manager Jan Kees, dessen Konzern der weltgrößte Abnehmer des Rohstoffs Palmöl ist), das im Herbst 2008 250 internationale Umweltschutzorganisationen in einer Resolution als Greenwashing bezeichneten, darunter der BUND und Greenpeace.
Palmöl befindet sich nicht nur in Schokolade, Putzmitteln (Henkels Terra Activ), Kerzen (Ikea) und Fertiggerichten, es wird außerdem in Kraftwerken zur Energiegewinnung schlicht verbrannt - subventioniert von der Bundesregierung. Nun will die Europäische Union sogar Palmölplantagen, für die in Südamerika und Südostasien wertvoller Regenwald gerodet wird, als Wälder deklarieren.
Viele detaillierte Informationen zum Thema Palmölplantagen und eine ganze Reihe von Protestaktionen hat Rettet den Regenwald erarbeitet. Die jüngste Aktion richtet sich gegen die rigorose Abholzung peruanischen Amazonas-Urwalds, der einhergeht mit der brutalen Vertreibung der Ureineinwohner.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Presseschau und Termine im Januar

In der Sendung "Marktplatz" zum Thema Fairer Handel - Einkaufen mit gutem Gewissen im Deutschlandfunk hat mich Peter Kowalkowski interviewt. Ein Interview darüber, warum der Konsument gar keine so großen Einfluss hat, gab es bei Deutschlandradio Kultur in der Sendung Neonlicht, die sich mit den so genannten "Locavores" beschäftigte, den "Nahessern", einer kleinen, wohlhabende Gruppe in New York, die versucht, ausschließlich regional einzukaufen. In der Zeit hat Matthias Daum ein ausführlichen Report über die Bemühungen des Nestlé-Tochterunternehmens Nespresso, nachhaltig zu werden, geschrieben und mich darin zitiert. Das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung widmete gestern seine Seite eins dem gescheiterten Klimagipfel: Alex Rühle beschäftigfte sich in seinem Essay damit, dass auf das Engagement das Einzelnen, das Renate Künast verzweifelt gefordert hatte, nicht zu setzen ist. Und warum auch der Konsum die Welt nicht rette, habe ich aufgeschrieben.

Und noch ein Termin: Am Montag, 25. Januar, lese ich in Frankfurt in der Gaststätte Klabunt, Berger Straße 228 (Bornheim). Beginn: 21 Uhr, Reservierungen unter 069/94598140

Samstag, 7. November 2009

Öko-Putzmittel killt Regenwald: Protest gegen Henkel

Vor etwa einem Jahr brachte der Chemiekonzern Henkel seine Öko-Putzmittel-Serie Terra Activ auf den Markt, um damit die Zielgruppe der Lohas anzusprechen. Die Produkte der Terra-Activ-Serie bestehen aus 85 Prozent nachwachsenden Rohstoffen – und für die Konsumplattform Utopia.de war dies Grund genug, Henkel zum „strategischen Partner“ zu machen: „Ausgezeichnete Produktleistung mit hoher Umweltverträglichkeit zu verbinden, ist seit jeher der Anspruch von Henkel“, heißt es in der Pressemitteilung von Utopia.de, und das ist leider glatt gelogen: Henkel gehört, neben Unilever und Nestlé, zu den drei weltgrößten Verbrauchern von Palmöl: allein Henkel verbraucht pro Jahr rund 400 000 Tonnen des Rohstoffs, der Grundlage von Süßigkeiten, Ptzmitteln, Fertiggerichten und Kosmetik ist. Für die Ölpalmenplantagen werden in Malaysia und Indonesien gigantischen Flächen von Regenwald gerodet. Weltweit wachsen Ölpalmen auf 12 Millionen Hektar, allein Henkel beansprucht 100 000 Hektar. Die Terra-Activ-Serie besteht ebenfalls aus Palmöl und trägt das RSPO-Siegel für „nachhaltigen“ Palmölanbau. Das Siegel ist aber nichts als Greenwashing.

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Mittwoch, 4. November 2009

Bluewashing mit Danone und Grameen Bank

Im Herbst fallen nicht nur Blätter von den Bäumen, es hagelt auch gelegentlich – zum Beispiel Nachhaltigkeitspreise. Im November gibt es eine Reihe von Nachhaltigkeistkongressen, auf denen eben solche Preise verliehen werden. Etwa der Utopia-Kongress, der Deutsche Nachhaltigkeitspreis oder Vision Summit am 8. November in Berlin. Der Hauptpreis des Vision-Summit geht dieses Jahr an das Gemeinschaftsprojekt der Grameen Bank und dem französischen Nahrungsmittel-Multi  Danone. Die Grameen-Bank wurde gegründet von Muhammad Yunus, dem Messias der Generation Gut, der für seine Mikrokredit-Idee 2006 den Friedensnobelpreis verliehen bekam. „Grameen Danone Foods“ heißt das Projekt in Bangladesh, für das sich Danone jetzt kurzerhand „Sozialunternehmen“ nennt.

 

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Mittwoch, 14. Oktober 2009

Mars will Kakao aus „nachhaltigem Anbau“ verwenden

Der Lebensmittelkonzern Mars Incorporated will bis 2020 nur noch Kakao aus „verantwortungsvollem“ und „nachhaltigem“ Anbau für seine Schoko-Produkte verwenden. Das klingt mal wieder toll, denn als einer der weltgrößten Nahrungsmittel- und Süßwaren-Hersteller unterhält Mars (Mars, Twix, Bounty, Milky Way, Snickers) einen Anteil von 17 Prozent am weltweiten Umsatz von Schokolade und kakaohaltigen Süßigkeiten. Und nicht zuletzt sind es die sechs großen Lebensmittel- und Süßwarenkonzerne (Mars, Nestlé, Hershey's, Kraft Foods, Cadbury, Ferrero), die mit ihrem Preisdruck die Kakao-Kleinbauern der Südhalbkugel in die Armut getrieben haben. Gerade der Kakao ist größten Weltmarktpreisschwankungen ausgesetzt. Mit fairem Handel, der sich durch einen garantierten Mindestpreis auszeichnet, von dem die Bauern leben können, einer Abnahmegarantie und einer Vorfinanzierung von Saatgut, hat diese freiwillige Selbstverpflichtung von Mars leider nichts zu tun.

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