Artikel mit Tag nestlé
Freitag, 19. März 2010
Greenpeace-Gruselvideo gegen Palmöl
Ein sehr schönes Ekelvideo von Greenpace ist derzeit in Umlauf. Die Umweltschutzorganisation prangert darin den Lebensmitttelkonzern Nestlé an, in ihren Schokoriegeln Palmöl zu verwenden - zum Beispiel im Riegel Kitkat (Fairer Handel hin oder her). Nestlé gab bekannt, die Zusammenarbeit mit einem besonders skruplellosen Lieferanten eingestellt zu haben und den "nachhaltigen" Palmölanbau zu unterstützen. Gemeint ist das industriefreundlichen Unbedenklichkeitssiegel RSPO (Präsident des Round table on sustainable palmoil ist ausgerechnet Unilever-Manager Jan Kees, dessen Konzern der weltgrößte Abnehmer des Rohstoffs Palmöl ist), das im Herbst 2008 250 internationale Umweltschutzorganisationen in einer Resolution als Greenwashing bezeichneten, darunter der BUND und Greenpeace.
Palmöl befindet sich nicht nur in Schokolade, Putzmitteln (Henkels Terra Activ), Kerzen (Ikea) und Fertiggerichten, es wird außerdem in Kraftwerken zur Energiegewinnung schlicht verbrannt - subventioniert von der Bundesregierung. Nun will die Europäische Union sogar Palmölplantagen, für die in Südamerika und Südostasien wertvoller Regenwald gerodet wird, als Wälder deklarieren.
Viele detaillierte Informationen zum Thema Palmölplantagen und eine ganze Reihe von Protestaktionen hat Rettet den Regenwald erarbeitet. Die jüngste Aktion richtet sich gegen die rigorose Abholzung peruanischen Amazonas-Urwalds, der einhergeht mit der brutalen Vertreibung der Ureineinwohner.
Mittwoch, 30. Dezember 2009
Presseschau und Termine im Januar
In der Sendung "Marktplatz" zum Thema Fairer Handel - Einkaufen mit gutem Gewissen im Deutschlandfunk hat mich Peter Kowalkowski interviewt. Ein Interview darüber, warum der Konsument gar keine so großen Einfluss hat, gab es bei Deutschlandradio Kultur in der Sendung Neonlicht, die sich mit den so genannten "Locavores" beschäftigte, den "Nahessern", einer kleinen, wohlhabende Gruppe in New York, die versucht, ausschließlich regional einzukaufen. In der Zeit hat Matthias Daum ein ausführlichen Report über die Bemühungen des Nestlé-Tochterunternehmens Nespresso, nachhaltig zu werden, geschrieben und mich darin zitiert. Das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung widmete gestern seine Seite eins dem gescheiterten Klimagipfel: Alex Rühle beschäftigfte sich in seinem Essay damit, dass auf das Engagement das Einzelnen, das Renate Künast verzweifelt gefordert hatte, nicht zu setzen ist. Und warum auch der Konsum die Welt nicht rette, habe ich aufgeschrieben.
Und noch ein Termin: Am Montag, 25. Januar, lese ich in Frankfurt in der Gaststätte Klabunt, Berger Straße 228 (Bornheim). Beginn: 21 Uhr, Reservierungen unter 069/94598140
Samstag, 7. November 2009
Öko-Putzmittel killt Regenwald: Protest gegen Henkel
Vor etwa einem Jahr brachte der Chemiekonzern Henkel seine Öko-Putzmittel-Serie Terra Activ auf den Markt, um damit die Zielgruppe der Lohas anzusprechen. Die Produkte der Terra-Activ-Serie bestehen aus 85 Prozent nachwachsenden Rohstoffen – und für die Konsumplattform Utopia.de war dies Grund genug, Henkel zum „strategischen Partner“ zu machen: „Ausgezeichnete Produktleistung mit hoher Umweltverträglichkeit zu verbinden, ist seit jeher der Anspruch von Henkel“, heißt es in der Pressemitteilung von Utopia.de, und das ist leider glatt gelogen: Henkel gehört, neben Unilever und Nestlé, zu den drei weltgrößten Verbrauchern von Palmöl: allein Henkel verbraucht pro Jahr rund 400 000 Tonnen des Rohstoffs, der Grundlage von Süßigkeiten, Ptzmitteln, Fertiggerichten und Kosmetik ist. Für die Ölpalmenplantagen werden in Malaysia und Indonesien gigantischen Flächen von Regenwald gerodet. Weltweit wachsen Ölpalmen auf 12 Millionen Hektar, allein Henkel beansprucht 100 000 Hektar. Die Terra-Activ-Serie besteht ebenfalls aus Palmöl und trägt das RSPO-Siegel für „nachhaltigen“ Palmölanbau. Das Siegel ist aber nichts als Greenwashing.
Mittwoch, 4. November 2009
Bluewashing mit Danone und Grameen Bank
Im Herbst fallen nicht nur Blätter von den Bäumen, es hagelt auch gelegentlich – zum Beispiel Nachhaltigkeitspreise. Im November gibt es eine Reihe von Nachhaltigkeistkongressen, auf denen eben solche Preise verliehen werden. Etwa der Utopia-Kongress, der Deutsche Nachhaltigkeitspreis oder Vision Summit am 8. November in Berlin. Der Hauptpreis des Vision-Summit geht dieses Jahr an das Gemeinschaftsprojekt der Grameen Bank und dem französischen Nahrungsmittel-Multi Danone. Die Grameen-Bank wurde gegründet von Muhammad Yunus, dem Messias der Generation Gut, der für seine Mikrokredit-Idee 2006 den Friedensnobelpreis verliehen bekam. „Grameen Danone Foods“ heißt das Projekt in Bangladesh, für das sich Danone jetzt kurzerhand „Sozialunternehmen“ nennt.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Mars will Kakao aus „nachhaltigem Anbau“ verwenden
Der Lebensmittelkonzern Mars Incorporated will bis 2020 nur noch Kakao aus „verantwortungsvollem“ und „nachhaltigem“ Anbau für seine Schoko-Produkte verwenden. Das klingt mal wieder toll, denn als einer der weltgrößten Nahrungsmittel- und Süßwaren-Hersteller unterhält Mars (Mars, Twix, Bounty, Milky Way, Snickers) einen Anteil von 17 Prozent am weltweiten Umsatz von Schokolade und kakaohaltigen Süßigkeiten. Und nicht zuletzt sind es die sechs großen Lebensmittel- und Süßwarenkonzerne (Mars, Nestlé, Hershey's, Kraft Foods, Cadbury, Ferrero), die mit ihrem Preisdruck die Kakao-Kleinbauern der Südhalbkugel in die Armut getrieben haben. Gerade der Kakao ist größten Weltmarktpreisschwankungen ausgesetzt. Mit fairem Handel, der sich durch einen garantierten Mindestpreis auszeichnet, von dem die Bauern leben können, einer Abnahmegarantie und einer Vorfinanzierung von Saatgut, hat diese freiwillige Selbstverpflichtung von Mars leider nichts zu tun.
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