Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Samstag, 7. November 2009

Nachhaltig ist nicht Fair - Heute: Illy Café

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung redet der Triester Esspressofabrikant Andrea Illy über „Unternehmenswerte“ und „nachhaltiges Wirtschaften“. Seine Aussagen zum „nachhaltigen“ Anbau und Handel mit den Kaffebauern formuliert Illy genauso schwammig, wie es die Homepage des Unternehmens tut. Man zahle den Kaffebauern „im Schnitt einen Aufpreis von 30“ Prozent, sagt Illy, man arbeite mit Produzenten direkt vor Ort. Das klingt sehr nach Fairem Handel, hat aber wieder einmal nicht das Geringste damit zu tun. Illy arbeitet zwar mit Produzenten zusammen und schult Bauern:„Je mehr die Bauern lernen, desto besser wird ihr Produkt und desto teurer können sie die Bohnen verkaufen“. Der Aufpreis wird für die bessere Qualität gezahlt, nicht um Kleinbauern ihre Existenz zu sichern. Zum Fairen Handel und warum sich sein Unternehmen nicht nach dessen Prinzipien verpflichten lässt, sagt Illy: „Diese Zertifizierungen prüfen generell nur, wie viel man bezahlt. Ich halte nichts von reiner Charity. Der Verbraucher greift zum fair gehandelten Kaffee, weil er sich gut fühlen will. Mit Markt hat das nichts zu tun. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage besagt: mehr Geld für höheren Wert.“

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Mittwoch, 14. Oktober 2009

Mars will Kakao aus „nachhaltigem Anbau“ verwenden

Der Lebensmittelkonzern Mars Incorporated will bis 2020 nur noch Kakao aus „verantwortungsvollem“ und „nachhaltigem“ Anbau für seine Schoko-Produkte verwenden. Das klingt mal wieder toll, denn als einer der weltgrößten Nahrungsmittel- und Süßwaren-Hersteller unterhält Mars (Mars, Twix, Bounty, Milky Way, Snickers) einen Anteil von 17 Prozent am weltweiten Umsatz von Schokolade und kakaohaltigen Süßigkeiten. Und nicht zuletzt sind es die sechs großen Lebensmittel- und Süßwarenkonzerne (Mars, Nestlé, Hershey's, Kraft Foods, Cadbury, Ferrero), die mit ihrem Preisdruck die Kakao-Kleinbauern der Südhalbkugel in die Armut getrieben haben. Gerade der Kakao ist größten Weltmarktpreisschwankungen ausgesetzt. Mit fairem Handel, der sich durch einen garantierten Mindestpreis auszeichnet, von dem die Bauern leben können, einer Abnahmegarantie und einer Vorfinanzierung von Saatgut, hat diese freiwillige Selbstverpflichtung von Mars leider nichts zu tun.

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